Er taugte noch nicht einmal als Sündenbock

18. Jun. 2009 | 4 Kommentare

Orlando Engelaar (c) www.schalkefan.deAnfang der Woche geisterte die Meldung, Orlando Engelaar werde Schalke in Richtung Panathinaikos Athen verlassen, bereits durch die Medien. Heute meldet der “kicker”, dass der Deal praktisch abgeschlossen sei. Als Ablösesumme stehen 3,5 Millionen Euro im Raum. Ob Schalke nun mit einem blauen Auge davongekommen ist, oder innerhalb von nur einem Jahr rund 5 Millionen Euro verbrannt hat, wissen wie immer nur die Akteure hinter den Kulissen. Fest steht, dass Orlando Engelaar nie richtig auf Schalke angekommen ist. Sein Spiel wirkte apathisch und statisch, ihm fehlte oftmals die Übersicht, immer wenn Druck gefordert war, nahm er das Tempo aus der Partie, seine Pässe – auch die ganz kurzen – landeten viel zu oft beim Gegner und dass er nur ein fußballerisch relevantes Bein sein eigen nennen konnte, dürfte hinlänglich bekannt sein. Ich habe ihn nie ausgepfiffen, aber bitte erwarte jetzt auch niemand, dass ich ihm hinterher weine. Orlando Engelaar war – zumindest für Schalke – einfach nur ein riesengroßer Fehlgriff, ein echtes Missverständnis. Ein Umstand, der umso schwerer wiegt, weil er der erklärte Wunschspieler des Trainers war, der mit ihm bereits über Jahre in Enschede gearbeitet hatte. Nun ist das Kapitel also abgeschlossen. Gut so. Selbst als Sündenbock taugte Engelaar nur sehr bedingt. In der Phase der größten Fanhetze gegen ihn ging es eher um die Köpfe von Rutten und Müller. Engelaar war bestenfalls der Funken, der das Fass explodieren ließ und letztendlich eine Bewegung in Gang setzte, die Felix Magath auf den Schalker Trainerstuhl spülte und das Trainerkarussell in der Bundesliga zumindest ein Stück weit in Gang setzte. Zumindest so hat er sich eine Randnotiz in der Schalker Vereinsgeschichte erarbeitet. Besser als Nichts.

[Update:] Jetzt könnte man natürlich unken, dass Engelaar selbst einen gescheiten Vereinswechsel nicht hinbekommt, aber angesichts von anscheinend 500.000 Euro Wechselsumme mehr bin ich über seinen offensichtlichen Last-Minute-Sinneswandel hoch erfreut.

Abgelegt unter Schalke

4 Kommentare zu “Er taugte noch nicht einmal als Sündenbock”

  1. matthiaßam 20. Juni 2009 um 09:39 1

    Ein echtes Missverständnis!

  2. KönigsblauMSam 20. Juni 2009 um 11:46 2

    Das TRIUMVIRAT DER MISSVERSTÄNDNISSE wirft Schalke sportlich und wirtschaftlich um Jahre zurück. MÜLLER – RUTTEN -ENGELAAR !

  3. heinricham 20. Juni 2009 um 12:32 3

    das ganze ausmaß der aera müller und der damit verbundene wirtschafltliche und sportliche schaden wird erst jetzt sichtbar.
    es hilft nichts, es geht weiter.
    auf der jhv beginnt die magathzeit.
    glück auf

  4. matthiaßam 21. Juni 2009 um 10:54 4

    Ich lese gerade im ZDF-TEXT auf der Seite 223, dass Engelaar wieder zum Rutten wechseln soll. Damit bekäme die Aussage, dass er nicht als Sündenbock dienen könne, einen anderen Stellenwert. Ich glaube langsam, dass die beiden sich schön in der letzten Saison auf Kosten des S04 lediglich die Eier geschaukelt haben. Dadurch wäre sogar MM, wie wir auch, nur Opfer dieses Missverständnisses.
    Es ist hier sicher nicht der Ort, um über ein anderes Missverständnis zu reden, aber der Klinsi hat doch die Kappe ab. Ich stelle mir gerade vor, was der Fred noch alles für Dummfug hätte reden können; bin aber froh, dass diese Bausetelle in München ist.

Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben