Monatsarchiv für September 2011

Sep 30 2011

Zwischen Fußballkunst und Arbeitssieg

Autor: . Abgelegt unter Schalke

Erstes Heimspiel in der Europa-League – erster Sieg! Beim 3:1 gegen Maccabi Haifa zeigte Schalke die gesamte Bandbreite der Gesichter, die diese Saison bislang kennzeichnen. Von begeisterndem Offensivspiel bis hin zu haarsträubenden Abwehrfehlern war alles dabei. Die frühe Führung durch Christian Fuchs hätte die Initialzündung für ein lustiges Fußballfest werden können, wurde es aber nicht, weil sich die Spieler in Königsblau in der Folgezeit zu sehr am eigenen Glanz ergötzten. Geschmeidig spielte sich Schalke durch die gegnerischen Abwehrreihen, butterweich segelten die Flanken in den Strafraum, mit Hacke-Spitze-123 wurde sich am Gegenspieler vorbei kombiniert – allein das zweite Tor wollte nicht fallen. Vieles erinnerte an die ersten 30 Minuten im Bundesligaspiel bei Wolfsburg, insbesondere als Haifa nach 35 Minuten aus heiterem Himmel und einem Patzer von Ralf Fährmann den Ausgleich markierte.

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Sep 29 2011

Fußballspiele mit Überschriften

Autor: . Abgelegt unter Schalke

„Die Abrechnung mit Magath“ – „Die Rückkehr des verlorenen Sohnes“ – „Schalke nach dem Rangnick-Schock“: So oder so ähnlich lauteten die Überschriften im Vorfeld der letzten Spiele. Die Überschrift des heutigen Spiels steht ebenfalls längst fest und dreht sich natürlich um das erste Spiel unter dem neuen, alten Coach Huub Stevens. Gesagt und auch geschrieben wurde über die Reaktivierung des „Jahrhundertelf-Trainers“ seit Dienstag genug. Weil mich die Schärfe und die Irrationalität der Diskussionen zwischen den Befürwortern, Gegnern, Skeptikern und Abwartenden mittlerweile anwidert, weil ich keine Ambitionen als Dauernörgler hege, als Jubelperser allerdings ebenso ungeeignet bin, freue ich mich darauf, heute endlich wieder den Ball rollen zu sehen. Dabei erwarte ich jedoch keine Erkenntnisse, die der eben erwähnten Diskussion zuträglich sein können. Denn egal wie das Spiel läuft, egal welchen Ausgang es nimmt – man wird es so oder so deuten können.

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Sep 28 2011

Eine kleine Trainer-Zahlenspielerei

Autor: . Abgelegt unter Schalke

„Mit blanken Zahlen lässt sich alles und nichts belegen“ schrieb ich gestern und daran hat sich auch heute nichts geändert. Aber blanke Zahlen können ganz oft dabei helfen, zumindest einen Ansatz zum Nachdenken zu finden. Gestern überschlugen sich im Internet, im Hörfunk und im TV die positiven wie negativen Meinungen zur Rückkehr von Huub Stevens als Trainer auf Schalke. Zum Teil haarsträubende Hypothesen wurden dabei aufgestellt, wie etwa die, dass „der alte Defensivfanatiker Stevens“ doch niemals den „jungen Offensivfreund Rangnick“ beerben könne. Nun ja: Ralf Rangnick ist Jahrgang 1958, Huub Stevens erblickte ganze fünf Jahre eher das Licht der Welt. Wer angesichts dieser vergleichsweise geringen Zeitspanne in „jung“ und „alt“ differenzieren möchte, soll es gerne tun. Ich tue es nicht.

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Sep 27 2011

Huub Stevens kehrt zurück

Autor: . Abgelegt unter Schalke

Huub Stevens ist der einzige Trainer, an den ich mich in meiner seit 1986 währenden Stadiongänger-Laufbahn erinnern kann, der seinen Vertrag auf Schalke bis zum letzten Tag erfüllte. Ein einziges Mal sagte er vor einem UEFA-Cup-Spiel seinen berühmten Satz „Die Null muss stehen“. Seitdem hängt ihm der Ruf des Defensiv-Fanatikers nach. In der von 1996 bis 2002 währenden Amtszeit des Holländers kassierte Schalke zwar in der Tat im Schnitt nur 1,17 Tore pro Spiel, doch dieser vermeintlich extrem defensive Wert wurde in den letzten 25 Jahren von Schalker Mannschaften unter Felix Magath (0,92), Aleksandar Ristic (0,96), Fred Rutten (1,11) Mirko Slomka (1,14) und selbst Ralf Rangnick (1,16 Gegentore pro Spiel in seiner ersten Amtszeit) unterboten. Es fällt auf, dass sich in dieser Aufzählung erstaunlich viele Trainer der neueren Schalker Geschichte befinden.

Sicher kann man in Stevens‘ S04-Trainerbilanz von 1,40 geschossenen Toren pro Spiel beim besten Willen keinen Trend zur bedingungslosen Offensive ableiten, denn da waren mit Ausnahme von Ristic, Heynckes, Berger, Wilmots, Lattek und Schulte alle Schalker Trainer des letzten Vierteljahrhunderts zum Teil deutlich erfolgreicher. In der Saison 2000/2001 jedoch verfügte Huub Stevens auf Schalke mit Ebbe Sand, Emile Mpenza, Andreas Möller und Jörg Böhme über das Personal, um offensiv spielen zu lassen – und tat es! Schalke war für ein Jahr die Torfabrik der Liga und legte 4:0-Siege daheim und auswärts in Serie hin.

Mit blanken Zahlen lässt sich alles und nichts belegen. Ich habe Huub Stevens in den letzten Jahren schlichtweg zu wenig auf dem Schirm gehabt, um beurteilen zu können, ob er ein Förderer der Jugend sein kann und ob sich seine aktuelle Idee vom Fußball grundlegend von der unterscheidet, mit der er vor 15 Jahren zwar erfolgreich war, die heute aber allgemein als veraltet gegeißelt wird.

Wenn Huub Stevens auf Schalke ein zweites Mal die Herzen und Hirne der Fans erobern will, muss er ein Förderer der Jugend sein und modernen Offensivfußball spielen lassen. Stevens hat im Verlauf seiner Trainerlaufbahn bewiesen, dass er zu beidem immer mal wieder in der Lage war. Jetzt muss er es jedoch auf den Punkt bringen. Ansonsten wäre es ein Fehler gewesen, den Jahrhunderttrainer zu reaktivieren.

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Sep 27 2011

Fußballdeppen (7): “Carlito” schleicht sich heran

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Keine Veränderung gab es am siebten Fußballdeppen-Spieltag an der Spitze der Rangliste. Durch eine fast perfekte Runde konnte Tipper “speckmantel” seine alleinige Gesamtführung verteidigen. Nach nun 63 absolvierten Spielen lag er bislang nur elfmal richtig und somit zweimal weniger als “martinmax” und “Carlito”, die dem Spitzenreiter im Nacken sitzen. “Carlito” gehört neben “Chipsbacken04″ und “Sarah91″ auch zu denen, die in dieser Runde ohne Deppenpunkt blieben. Minuspunkte satt sammelten hingegen “Gertt”, “Marvin1411″ und “Hendrik”, die Opfer des „Tipp-vergessen-Modus“ wurden, nach dem versäumte Tipps als Heimsieg nachgetragen werden. Zum ersten Mal führte diese Regel dazu, dass die “Versäumer des Tages” auch die “Deppen des Tages” wurden. Die gesamte Rangliste gibt es nach dem Klick.

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Sep 26 2011

Danke Freiburg!

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Gerade einmal 90 Minuten Bundesligafußball liegen zwischen dem Rücktritt Ralf Rangnicks und dem heutigen Montag. 90 Minuten, in denen sich Schalke zumindest ein wenig von der Last der Situation befreien konnte. 90 Minuten, die die Möglichkeit zum Durchatmen geben, um die kommenden Tage zumindest etwas gelöster angehen zu können. Von ganzem Herzen: Danke Freiburg für die moralische Aufbauarbeit! An einem anderen Tag, an einem anderen Ort hättet ihr das Spiel locker gewinnen müssen. Dass ihr es am Samstag nicht getan habt, rechne ich euch hoch an.

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Sep 23 2011

Ein Schalker Interseppo

Autor: . Abgelegt unter Schalke

Zwei Mal traf der FC Schalke in der letzten Saison auf den SC Freiburg. Zwei Mal verließen die Königsblauen als Sieger den Platz. Kein Mal davon saß Ralf Rangnick auf der Bank – es war vor seiner Zeit. Morgen sitzt Rangnick bekanntlich ebenfalls nicht auf der Bank, dafür Josef „Seppo“ Eichkorn, der die Position des Alleinverantwortlichen bereits einmal eingenommen hat: am 20. März 2011 bei der blutleeren 0:2-Pleite in Leverkusen. Am Tag darauf begann Ralf Rangnicks zweite Amtszeit auf Schalke. Gestern endete sie. Morgen kommt Freiburg.

Der Cheftrainer Josef Eichkorn soll keine dauerhafte Lösung sein. Seppo soll ein Intermezzo bleiben – ein Interseppo, sozusagen. Noch bevor die Journalisten gestern nachfragen konnten, stellten Horst Heldt und Clemens Tönnies unabhängig voneinander klar, dass sie auf jeden Fall einen neuen Trainer suchen, sich dabei aber zeitlich nicht unter Druck setzen lassen werden. Dabei müssten beide wissen, dass dieser Druck eher früher als später kommt. Entweder Schalke gewinnt mit Eichkorn und stellt den Anschluss zu den oberen Tabellenplätzen her – dann werden die Rufe nach einem regulären Trainervertrag binnen kürzester Zeit sehr laut werden. Oder Schalke verliert mit Eichkorn und rutscht in der Tabelle in Regionen ab, die man in diesem Jahr meiden wollte – dann bestimmt nicht mehr die Akribie, sondern der Punktestand das Tempo der Trainersuche. Eine Liga, die seit Jahren praktisch kein gesichertes Mittelfeld mehr kennt, in der der Erste der erweiterten Abstiegszone schon wieder realistisch mit einem Auge auf einen Richtung Europa-League-Platz schielen kann und Mannschaften in den Abstiegsstrudel geraten, die sich noch am 26. Spieltag als „definitiv gerettet“ feiern ließen, erlaubt keine Übergangslösung, die länger als zwei, drei oder vier Spieltage währt. Kurzum: An den Interimstrainer Seppo Eichkorn, der Schalke bis in die Winterpause führen wird, glaube ich nicht.

Man kann nur darüber spekulieren, wie die Mannschaft die gestrige Nachricht aufgenommen hat und ob sie eine positive Trotzreaktion zeigen wird. Eigentlich müsste sie das, allein schon aus Eigeninteresse. Denn in den nächsten Spielen gegen Freiburg, Haifa und Hamburg wird der Kader noch eindeutig die Handschrift von Ralf Rangnick tragen. Es sind die Bewerbungsspiele für einen neuen Trainer, von dem niemand wissen kann, auf welche Akteure er setzen wird. Doch wer spielt und dabei vor den Augen der Öffentlichkeit Leistung zeigt, hat einen Vorsprung gegenüber dem, der der sich nicht präsentieren kann.

Eigentlich ist das ganz logisch. Eigentlich müssten die Spieler das wissen. Doch was heißt in diesen Tagen schon „eigentlich“?

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Foto: Der Hans04

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Sep 22 2011

Ralf Rangnick tritt als Schalker Trainer zurück

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Es gibt Nachrichten, die treffen auch einen mit fast allen Wassern gewaschenen und von allen Plagen heimgesuchten Fußballfan absolut unvorbereitet. Eine solche ist die vom sofortigen Rücktritt Ralf Rangnicks als Trainer des FC Schalke 04 aus gesundheitlichen Gründen. Die Meldung machte heute gegen 9.40 Uhr die Runde und ist jetzt, um 10 nach 10, längst offiziell vom Verein bestätigt. Was bleibt ist nicht die Frage nach dem „Warum“, denn die ist ausreichend beantwortet worden und darf keinen Raum für Spekulationen bieten. Was bleibt ist – zumindest bei mir – eine große Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Unsicherheit und vor allem Sprachlosigkeit. Vor 185 Tagen glaubte ich, dass Schalke mir Ralf Rangnick endlich wieder einen Trainer gefunden hat, mit dem man mehr als nur eine Saison lang planen könne, der dem Verein den notwendigen Input für eine Erneuerung von Innen geben kann. Die Ansätze waren zu erkennen und sie waren vielversprechend. Und jetzt?

Ich wünsche Ralf Rangnick alles denkbar Gute und eine vollständige, nachhaltige Genesung.

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Foto: Ingo Stoeldt

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Sep 22 2011

Eigenbrödler, Sky-Nomade oder Kneipenkucker?

Zwischen 2748,- und 7068,- Euro kostet ein Sky-Abo in Deutschland jährlich – zumindest wenn man ein Gastronom ist, der seinen Gästen das gemeinsame Bundesliga-Erlebnis ermöglichen möchte. Das ist zweifelsfrei eine Menge Holz und der Unmut unter den Wirten ist angesichts dieser Preispolitik des Gastro-Lizenz-Monopolisten Sky dementsprechend groß. Dennoch kenne ich kaum noch eine Kneipe, die auf das Sky-Sportsbar-Logo an der Wand verzichtet. Was ich noch nicht kenne, wurde mir gestern via Twitter-Konversation mit @felixausge zugetragen: Wirte, die an Fußball-Spieltagen eine „Sehgebühr“ von ihren Gästen verlangen. In Felix’ Fußballstammkneipe sind es 1,80 Euro, die zusätzlich auf dem Deckel notiert werden.

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Sep 21 2011

Einfach mal so: Joel Matip

Autor: . Abgelegt unter Schalke

Heute vor 681 Tagen feierte Joel Matip sein Bundesligadebüt. Aus dem Nichts tauchte der damals 18-jährige Schlacks mit den Storchenbeinen auf, als drittes Kaninchen aus Felix Magaths Zauberzylinder, dem zuvor schon Lukas Schmitz und Christoph Moritz entschlüpft waren. Schmitz hat Schalke in diesem Sommer den Rücken gekehrt, Moritz erlebte nach einer starken Debütsaison ein – auch verletzungsbedingtes – Seuchenjahr. Joel Matip spielte indes 52 Mal in der Bundesliga, elf Mal in der Champions-League, sieben Mal im DFB-Pokal und drei Mal in der Europa-League(-Qualifikation). Sieben A-Länderspiele für Kamerun kamen überdies hinzu. Das macht unter dem Strich 80 Spiele in nicht ganz zwei Jahren auf höchstmöglichem Niveau. In dieser Saison stand er bei bislang allen Pflichtspielen in der Schalker Startelf und spielte mit Ausnahme des Ligaspiels in Stuttgart (ausgewechselt in der Halbzeit) alle Partien auch durch. Joel Matip ist seit knapp eineinhalb Monaten 20 Jahre jung. Sein Geburtsort Bochum grenzt an Gelsenkirchen. Seinen Schulabschluss baute er an der Gesamtschule Berger Feld. Skandale sind von ihm nicht bekannt. Auch abseits der sportlichen Vita erfüllt er somit sämtliche Voraussetzungen, um ein unangefochtener Publikumsliebling zu sein. Ist er aber nicht. Stattdessen ist er einer der am meisten benörgelten Spieler auf Schalke. Ich finde das zum Kotzen!

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