Remember 1998/99

13. Mai. 2011 | 5 Kommentare

Immer wenn der letzte Spieltag kommt und es für Schalke um nichts mehr geht – also meistens – denke ich an den letzten Spieltag der Saison 1998/99 zurück. Damals lieferte Schalke eine ebenso erbärmliche Bundesliga-Spielzeit wie die aktuelle ab und landete in der Abschlusstabelle auf Platz 10. Nur zwei Jahre nach dem UEFA-Cup-Sieg schien es, als seien die fetten Jahre wieder vorbei. 1998/99 war so schlecht, dass selbst ein limitierter und alles andere als blutjunger Amateurspieler namens Sascha Wolf plötzlich zum Publikumsliebling aufstieg und die Gunst der Nordkurve genoss, weil „er einer von uns ist, der sich den Arsch aufreißt“. Der Top-Einkauf vor der Saison, Hami Mandirali, versagte hingegen auf ganzer Linie.

Hamis berühmte Freistöße, die – auch aus mehr als 30 Metern getreten – in der türkischen Liga regelmäßig im Tor einschlugen, kullerten in der Bundesliga über den Rasen oder krachten in der Abwehrmauer. Hami probierte es dennoch immer und immer wieder – und immer wieder erfolglos. Gegen Ende der Saison machte sich das Stadion einen Spaß daraus, bei Schalker Freistößen nach gegnerischem Abseits – also weit in der Schalker Hälfte – lauthals „Ha-mi, Ha-mi!“ zu fordern.

Am 34. Spieltag traf Schalke (vor dem Spieltag 11.) in München auf den TSV 1860 (vor dem Spieltag 9.). Spiele zwischen Schalke und 1860 waren in der Regel „schäbbig wie die Nacht“, doch an diesem Tag, als es für beide um nichts mehr ging, entwickelte sich ein witziger Sommerkick. Bereits in der 19. Minute stand es nach Toren von Cerni, Hami (mit einem 30-Meter-Freistoß!), Hobsch und Nemec 2:2. In der 41. Minute schoss Schalke durch Martin Max das 3:2, verlor die Halbzeit aber dennoch, weil im direkten Gegenzug noch einmal Hobsch und eine Minute später Kurz zum 4:3-Halbzeitstand trafen. Die zweite Halbzeit war etwas weniger spektakulär. Olaf Thon glich aus und in der 90. Minute verwandelte Hami einen Elfmeter zum 5:4-Auswärtssieg im Olympiastadion.

Von diesem verrückten Match sprach nach diesem Spieltag jedoch niemand, weil gleichzeitig das verrückteste Abstiegs-Fernduell in der Geschichte der Fußball-Bundesliga stattfand. Das hier:
.


.
Lange Rede, kurzer Sinn: Letzte Spieltage – auch die, an denen es für Schalke um Nichts geht und der Meister längst feststeht – können durchaus positiv in der Erinnerung haften bleiben.

Irgendwie werden wir das Spiel der Schalker morgen in Köln schon über die Bühne bekommen.

Abgelegt unter Schalke

5 Kommentare zu “Remember 1998/99”

  1. Carlitoam 13. Mai 2011 um 22:16 1

    Egal, Hauptsache endlich zu Ende die Saison…

  2. tommes04am 14. Mai 2011 um 15:07 2

    Guter Vergleich! Der macht bekanntlich Mut, denn in der folgenden Sommerpause kamen Ebbe Sand, Waldoch und Asa. Im Laufe der Saison dann noch Emile Mpenza.
    Wenn wir in diesem Sommer wieder so einkaufen, lasse ich mir so eine Umbruch-Saison gefallen…

    P.S. Legat kam auch ;-)

  3. tombaam 15. Mai 2011 um 13:23 3

    hiess er nicht CZERNY?

  4. Matthiasam 15. Mai 2011 um 15:40 4

    hiess er nicht CZERNY?

    Nein.

  5. Jörnam 15. Mai 2011 um 16:55 5

    Boah war das in Köln mies….

Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben