Fuchs, Christian – Österreich

07. Jun. 2011 | 5 Kommentare

Der FC Schalke 04 verpflichtet Christian Fuchs. Endlich wieder ein echter Linksverteidiger, endlich wieder eine gestandene Fachkraft – keine Notlösung, keine Perspektiv-Verpflichtung. Christian Fuchs war bereits vor der vergangenen Saison kurzzeitig ein Thema auf dem Berger Feld, doch dann traute ihm niemand zu, seine ordentlichen Leistungen, die er 2009/2010 im Trikot des VfL Bochum gezeigt hatte, nachhaltig zu wiederholen. In der abgelaufenen Spielzeit setzte sich Fuchs dann jedoch auch bei seinem neuen Verein FSV Mainz 05 durch, spielte 31 Liga-Partien (Kicker-Notenschnitt: 3,15) und bereitete 8 Tore vor. Wer häufiger hier vorbeischaut, wird sich denken können, dass ich mit diesem Neuzugang sehr zufrieden bin – allein schon, weil Christian Fuchs Österreicher ist. Deshalb gibt es heute einmal 10 Anekdoten rund um Schalke und den österreichischen Fußball.

01: Ihr erstes Match gegen einen internationalen Gegner bestritten die Knappen gegen einen Gegner aus Österreich. Im Jahr 1922 verlor Schalkes Vorgängerverein TV Schalke 1877 auf dem Sportfeld an der Grenzstraße ein Freundschaftsspiel knapp mit 1:2 gegen die Profis des Wiener Associationfootball-Club, der in jenem Jahr Pokalsieger der Alpenrepublik geworden war.

02: Nach diesem ersten Spiel dauerte es dann 81 Jahre, bis Schalke auch in einem offiziellen UEFA-Wettbewerb gegen ein Team aus Österreich antreten durfte: Im UI-Cup-Finale 2003/2004 setzte man sich wenig ruhmreich mit einem 2:0-Auswärtssieg und einem 0:0-Heimremis gegen den SV Pasching durch und zog in den UEFA-Cup ein.

03: Die bislang letzte Meisterschaft errang Schalke mit einem österreichischen Coach: Der Wiener Edi Frühwirth führte Schalke zum 3:0-Sieg gegen den Hamburger SV im Finale des Jahres 1958.

04: Edi Frühwirth war jedoch nicht der erste Trainer aus Österreich, der Schalke trainierte. Bereits Ende der 1920er-Jahre schwang Guggi Wieser das Zepter am Trainingsgelände und erreichte mit Schalke u.a. die Endrunde um die deutsche Meisterschaft.

05: Weniger erfolgreich als Frühwirth und Wieser war deren Landsmann Max Merkel, als er 1975/76 eine Saison lang Schalke trainierte. Seine größte Leistung dürfte gewesen sein, die Autobahnauffahrt nach München gefunden zu haben. Zumindest schwärmte er noch Jahre später von dieser Entdeckung.

06: Unvergessen ist der österreichische Stürmer Edi Glieder, der in der Saison 2003 als Neuzugang auf Schalke präsentiert wurde, nachdem ganz Gelsenkirchen einen Sommer lang von Fernando Morientes geträumt hatte. Glieder, damals schon im fortgeschrittenen Fußballeralter, kam 16 Mal in der Bundesliga zum Einsatz und erzielte dabei drei Tore.

07: Keine angenehmen Erinnerungen an Österreich dürfte indes Schalkes neuer Keeper Ralf Fährmann haben. Frisch zu Eintracht Frankfurt gewechselt brach er sich im Juli 2009 im Trainingslager in Hermagor (Kärnten) die linke Hand und verlor so den Kampf um die Nummer 1 gegen Oka Nikolov, noch bevor dieser richtig begonnen hatte.

08: Österreicher in der deutschen Bundesliga sind keine Exoten mehr. In vielen Fällen waren sie in der letzten Saison sogar Leistungsträger ihres Teams. Die Österreicher in der Bundesliga 2010/2011 waren Marko Arnautovic, Sebastian Prödl (Bremen), Martin Harnik (Stuttgart), Andreas Ivanschitz, Christian Fuchs (Mainz), Ümit Korkmaz  (erst Frankfurt, jetzt Bochum) Emanuel Pogatetz (Hannover), Martin Stranzl, Bernhard Janecek (Mönchengladbach), Rubin Okotie (Nürnberg), Marco Knaller, Clemens Walch, Erwin Hoffer (Kaiserslautern), Ramazan Özcan, Andreas Ibertsberger und David Alaba (Hoffenheim).

09: Schalkes Neuzugang Christian Fuchs spielte seine erste Profisaison 2003/2004 für den SV Mattersburg, der damals frisch in die erste Liga Österreichs aufgestiegen war und seitdem die Klasse hält. Mattersburg ist selbst für österreichische Verhältnisse ein Kuriosum: Die Stadt im Burgenland hat nur 7.200 Einwohner, verfügt jedoch über ein 15.700-Zuschauer-Stadion.

10: Obwohl Christian Fuchs noch keine Sekunde für Schalke gespielt hat, konnte er schon ein Tor für die Königsblauen erzielen. Im September 2009 netzte er nach Vorarbeit von Jefferson Farfán zum 3:0-Endstand beim Pokalspiel der Schalker in Bochum ein – dummerweise damals noch im Dress des VfL.

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5 Kommentare zu “Fuchs, Christian – Österreich”

  1. Herr Wielandam 7. Juni 2011 um 07:42 1

    Wir sollten ihn Edi Fuchs nennen.

  2. Jörnam 7. Juni 2011 um 14:58 2

    EDI GLIEDER – FUßBALLGOTT!!!

  3. Schalker Juhnkeam 7. Juni 2011 um 18:41 3

    Als österreichischer Schalke Fan bin ich immer noch im Freudentaumel über die Verpflichtung von Christian Fuchs. Ich hätte ihn letzte Saison schon gerne gesehen. Jetzt fahr ich mit meinem Fanclub 800km, und dann seh’ ich sogar noch einen Landsmann in der Arena…;-)

  4. Carlitoam 7. Juni 2011 um 22:57 4

    Schöne Anekdotensammlung, interessante Lektüre!

  5. leeniam 8. Juni 2011 um 00:27 5

    Schalker Juhnke

    Ich hätte ihn letzte Saison schon gerne gesehen.

    So ging mir das auch. Schön, dass es jetzt geklappt hat (knappe 2 Millionen Euro später/teurer).
    Über einen stark leistungsbezogenen Vertrag für Christian Pander würde ich mich trotzdem freuen.

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