Das Gesicht der Krise

30. Nov. 2012 | 24 Kommentare

Jede Krise braucht ein Gesicht. Unbestritten ist Lars Unnerstall das Gesicht der aktuellen Schalker Krise. Ob er dies auch zu Recht ist? Darüber kann man streiten. Das 1:0 in Hamburg ging jedoch auf seine Kappe. Nicht ein bisschen, sondern komplett. Es war ein hart geschossener Ball, aber es war ein haltbarer Schuss. Mehr noch: Es war ein Schuss, den Unnerstall hält, wenn er gar nichts macht und einfach aufrecht stehen bleibt. So aber taucht er unter der Flugbahn des Balles ab, als habe ihm eine unsichtbare Macht ins Kreuz getreten. Der Rest ist Spekulation. Geht Hamburg nicht in Führung, hätte das Spiel einen anderen Verlauf nehmen können – aber nicht müssen. Man weiß es nicht. Fest steht nur, dass dem ersten Tor eines Spiels immer eine besondere Bedeutung zukommt. Und dieses erste Tor – Sorry Lars – das hast du verbockt.


Bislang schätzte ich an Lars Unnerstall, dass er nach den Spielen sachlich und auch selbstkritisch seine Leistung analysierte. Diese Souveränität – von der ich nie wusste woher er sie hatte und die ich deshalb so bewunderte – ist ihm am Dienstag in Hamburg abhanden gekommen. Plötzlich verfiel er dann doch in einen rechtfertigenden Unterton, sprach von einem Flatterball und davon, dass er ihn ja fast noch, um Handkantenbreite, gefischt hätte.

Natürlich, die Kritik der letzten Monate kann an einem jungen Kerl wie Lars Unnerstall nicht spurlos vorbeigehen. Irgendwann erliegt jeder der Versuchung, sich in die Rechtfertigungs-Schmollecke zu verziehen, obwohl in dieser gerade kein Platz ist. Wir alle, die wir in Blogs, Foren, Fanbussen, im Stadion oder im Freundeskreis diskutieren, sollten uns selbst hinterfragen, ob wir in den letzten Monaten ebenso cool wie Lars Unnerstall mit der Situation umgegangen wären. Ich hätte sicherlich schon längst meinen Klappstuhl in der Schmollecke aufgebaut, wenn ich es derart lange verbal auf die Fresse bekommen hätte. Der Lange aus Ibbenbüren hat es nicht getan. Allein deshalb geht er für mich als Sieger aus der Situation, selbst wenn Huub Stevens morgen gegen Gladbach dem öffentlichen Druck nachgeben und einen Wechsel auf der Torhüterposition vornehmen sollte.

Lars Unnerstall mag zwar das Gesicht der Krise sein. Doch zum Sündenbock taugt er nicht.

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Foto: DerHans04

Abgelegt unter Schalke

24 Kommentare zu “Das Gesicht der Krise”

  1. Markusam 30. November 2012 um 08:33 1

    Schön, dass du diese unbestreitbare Leistung von Lars hervorhebst.

    Ich persönlich bezweifle auch, dass Schalke in den letzten Wochen mit einem anderen Torwart wesentlich mehr Punkte geholt hätte.

  2. Bastiam 30. November 2012 um 09:14 2

    Ich glaube kaum, dass Stevens einen Torwartwechsel durchziet weil er einem öffentlichen Druck nachgibt. Wenn dann weil Unnerstall genug Chancen hatte sein können unter Beweis zu stellen.
    Wobei ich ich persönlich überzeugt bin, dass mindestens bis zur Winterpause Lars im Tor bleibt. Ab da könnte man dann “neu mischen”. Das wäre zumindest die eleganteste Lösung.

  3. Erle72am 30. November 2012 um 11:12 3

    Das Gesicht der Krise kann aber auch vorne gesucht werden. Die Fehler Unnerstalls sind ein Fliegendreck gegen die Scheiße, die der Klaas momentan an Fuß und Kopf kleben hat.

    Vielleicht leidet die ganze Mannschaft aber auch nur an einer bipolaren Störung, die laut Wikipedia so definiert ist:
    Sie zeigt sich bei den Betroffenen durch episodische, willentlich nicht kontrollierbare und extreme und verschiedene (entgegengesetzte = bipolare) Auslenkungen des Antriebs, der Aktivität und der Stimmung.
    Couch statt Coach wäre dann die Lösung.

  4. Supercliveam 30. November 2012 um 13:30 4

    Das Problem bei Lars ist, dass er im Moment keine Spiele für uns gewinnt und so empfindet es vermutlich auch die Breite Masse im Stadion. Wenn er pro Spiel ein oder zwei Unhaltbare doch halten würde, dann würde man ihm seine bescheidene Spieleröffnung verzeihen. Ich habe regelmäßig den Eindruck, dass wir immer genau gegen solche Torleute spielen (wie zuletzt gegen Adler oder Trapp), die die eigene Mannschaft im Spiel halten, während wir dem Rückstand hinterher rennen. Dabei hätten wir vermutlich auch einen Rene Adler haben können – da mag ich nicht dran denken.

    Ich glaube, auf Dauer verbrennt man Lars, wenn man ihm länger diesem Druck aussetzt. Wie soll denn da ein 22-jähriger mit umgehen, wenn bei jedem Ball der nicht ankommt, zigtausend Zuschauer laut aufstöhnen und zu pfeifen beginnen. Zumal er ja nicht immer was dafür kann, wenn unsere Viererkette den Ball hinten herum spielt, irgendwann nicht weiter weiß und aus der Not der Torhüter angespielt, der eventuell noch unter Druck eines Gegenspielers den Ball wieder weghauen muss. Das sieht nicht besonders gut aus und die Kritik trifft dann immer nur den Mann mit der Rückennummer 36.

    Außerdem sind die Fußstapfen von Manu auch verdammt groß, könnte mir vorstellen, dass Hilde damit besser umgehen kann. Vielleicht sollte Huub Lars einfach aus der Schusslinie nehmen, denn der Junge hat es nicht verdient, so in der Kritik zu stehen. Einzig der Trainer muss sich dieser Kritik stellen, denn er stellt ihn schließlich auf.

  5. Matthiasam 30. November 2012 um 14:19 5

    Superclive, alles richtig. Kann ich in Gänze unterschreiben. Nur eine kleine Anmerkung habe ich:

    Dabei hätten wir vermutlich auch einen Rene Adler haben können – da mag ich nicht dran denken.

    Vor der Saison waren mit Wiese und Adler zwei namhafte Torhüter auf dem Markt. Der, bei dem man sich nicht sicher war, ob er einschlägt, ist inzwischen die klare Nummer 1 und kratzt an der Nationalmannschaft. Der, bei dem man sich sicher sein konnte, dass er seinem neuen Verein weiterhelfen wird, hat sich in wenigen Monaten zum Problemfall entwickelt.

    Klar hätte man Adler haben können. Aber ebenso klar war auch, dass es keine Garantie für dessen Werdegang gab. Mir wäre das Risiko (in Relation zu den Gehaltsforderungen) zu groß gewesen, deshalb kann ich gut damit leben, dass Schalke Adler nicht holte. Oder – kurz gesagt: Hinterher ist man immer schlauer.

  6. Markusam 30. November 2012 um 14:26 6

    @Superclive:
    Ich stimme dir im Großen und Ganzen bei. Allderings muss sich schon Lars (und nicht allein der Trainer) der Kritik an seiner Leistung stellen. Das hat er bisher – was ja Matthias Anliegen war – in Anbetracht der Umstände auch recht souverän getan.

    Ich gebe dir aber Recht, dass Huub – um in deinem Bild zu bleiben – ihn vor weiterem (unfairen) Sperrfeuer schützen muss.

  7. Supercliveam 30. November 2012 um 15:03 7

    @Matthias:
    Du hast vollkommen Recht und ich meine natürlich auch, hätten wir Rene Adler in der aktuellen Form bei uns im Kasten, dann würde diese elende Torhüterdiskussion für Jahre beerdigt sein und keiner würde mehr Manu hinterher jammern und neidisch nach Süden schauen.

    Dies ganze Theater mit drei gleichwertigen Torhütern in die Vorbereitung gehen, von Spiel zu Spiel entscheiden und was weiß ich nicht noch. Das hilft niemandem, da hätte der Trainer besser daran getan, von vornherein die Nr. 1 zu vergeben und demjenigen auch das Vertrauen nach einer Verletzung zu schenken. Jetzt ist die ehemalige 1 völlig von der Bildfläche verschwunden, die in die Saison gestartete Nr. 1 ist beleidigt und die neue Nr. 1 hält dem Druck nicht stand und verkrampft zusehens.

    Daher würde ich mir ein Rene Adler wünschen. Aber das war damals natürlich nicht absehbar.

    @Markus:
    Mit Kritik an der Leistung muss natürlich jeder Spieler leben. Und ich kann Lars nichts vorwerfen, im Gegenteil. Ich finde, er ist ein echter Arbeiter da im Kasten, versucht auch an seiner Spieleröffnung zu arbeiten usw., das ist echt o.k., reicht aber auf dem Niveau auf Dauer nicht. Aber Huub trägt die Verantwortung und daher mache ich ihm Vorwürfe, wenn er auf so eine Situation nicht reagiert.

  8. SebNeuam 30. November 2012 um 15:24 8

    Hallo

    ich würde gerne mal eine weitere Überlegung anstellen. Was ist, wenn der Unnerstall nicht nur beim Publikum in Ungnade gefallen ist, sondern dies mittlerweile auch schon auf die Mannschaft abgefärbt ist? In Hamburg gab es 2 Szenen, in denen sich Papa ziemlich über Unnerstall aufregt, einmal bei einem Rückpass und – so glaube ich mich zu erinnern – beim 1:0, wo er wie ein Rumpelschieltzchen auf und ab sprang (am Bildrand der Live-Übertragung). Gut, dass ist Papas gutes Recht, aber könnte es auch sein, dass die Mannschaft resigniert, weil der Keeper hinten eh nichts hält?

    Persönlich halte ich – wie viele hier – überhaupt nichts davon einzelne Spieler auszupfeifen. Auch, oder erst recht nicht, Unnerstall. Nun fordern einige, ihn aus der Schusslinie zu nehmen. Aber wie soll das gehen? Irgendwann sollte er dann ja wieder kommen – hat er dann mehr Kredit beim Publikum? Wird nicht dann auch wieder gestöhnt? Oder muss man auf eine Amnesie des Publikums hoffen.

  9. Benam 30. November 2012 um 16:00 9

    @ Mattias leider hat der Problemfall für seinen Verein gegen uns 3 Punkte festgehalten :-(

    Also nachdem unser Coach Obasi gebracht hat, sehe ich eine Chance, dass der Torhüter mit der Rückennummer 1 im Tor steht.
    Ich habe nie verstanden, wie Unnerstall an ihm vorbei gekommen ist. Klar hat auch Ralle seine Schwächen ( Ball nach vorne abprallen lassen), aber ich sehe ihn normalerweise wesentlich stärker als Lars. Wobei er jetzt so lange raus ist, dass es extrem schwer wird.

    Aus diesem Grund wird wohl der schöne Timo spielen….

  10. KönigsblauMSam 30. November 2012 um 16:05 10

    Soll hier unverhohlen in Wort und Bild ein einzelner Spieler des eigenen Vereins öffentlich zum Mobbingabschuss freigegeben werden ??? Was soll das ???

    Die “Gesichter der Krise” sind a l l e Leistungsträger in der Mannschaft. In der Abwehr fehlt offensichtlich bei unseren Profis die richtige Spielkommunikation. Der Torhüter ist bei Abwehrfehlern schnell der Dumme. Das “Flattertor” für Nürnberg gegen Bayern-Neuer kommentierte dieser gegenüber dem ARD-Reporter mit “Wollen Sie mich verarschen”? Da ist mir unser LU in seiner Analyse und Wortwahl lieber.

    Timo Hildebrand brachte es einst auf den Punkt: “Unser Job ist ein Tanz auf der Rasierklinge. Ein großer Fehlgriff und weg.” Der Druck gerade auf junge Torhüter ist enorm hoch. Robert Enke sei hier Achtung und Mahnung zugleich!

  11. Matthiasam 30. November 2012 um 16:27 11

    Soll hier unverhohlen in Wort und Bild ein einzelner Spieler des eigenen Vereins öffentlich zum Mobbingabschuss freigegeben werden??? Was soll das???

    Aber den Rest des Textes hast du schon gelesen, oder?

  12. Markusam 30. November 2012 um 17:33 12

    @KönigsblauMS: Da muss ich aber mal lachen.

    Mobbing / Bashing dem Autor dieses Blogs vorzuwerfen, ist schon bemerkenswert.

  13. Niklas Hüttneram 30. November 2012 um 18:03 13

    @KönigsblauMS Es zeugt schon von großer – Entschuldigung – wenn man hier nur die Überschrift liest und das Bild anschaut. Wenn man bis zum Ende gelesen hätte, hätte man sich diesen Kommentar sparen können.

    @Matthias: Sehr guter Artikel! Ich stimme dir vollends zu. Ich finde, dass man Unnerstall anmerkt, dass er eine ganz schöne Last zu tragen hat. Am Tag nach dem Spiel gegen Sandhausen war ich beim Training. Kurz danach kam Lars von der Kabine und ging zu seinem Auto was im alten Parkstadion stand. Ca. 8-10 Leute, die sich auf jeden Spieler für Autogramme stürzten blieben stehen. Bis auf eine jüngere Frau und mir ging keiner zu ihm. Das Mädchen wollte ein Foto und Autogramm und ich versuchte ihn ein bisschen aufzumuntern. Es ist schon traurig, wenn man bei den Fans ein wenig als Außenseiter gilt.

    Noch was anderes: Ich finde, dass Huntelaar momentan fast sogar ein größerer Problemfall ist. Jeder Stürmer hat mal eine schlechte Phase. Darüber haben wir hier schon alle diskutiert. Also sage ich jetzt nichts mehr.

  14. bluesam 30. November 2012 um 19:12 14

    Leicht plakativ kann man sagen: beim großen Helden Manuel Neuer galt jeder Ball den er hielt als unhaltbar. Bei seinen Nachfolgern gilt jeder Ball der ins Tor geht als haltbar…
    Möglicherweise haben haben wir deshalb drei Torhüter, weil dem Druck den unser ehemaliger Held und Fußballgott hinterlässt, ein Torwart allein nicht standhalten kann.
    Unser Defensiverhalten ist immer noch dabei sich von dem Spiel mit Neuer zu emanzipieren. Teilweise wirkt das Defensivverhalten so, als wenn sich alle auf den letzten Mann verlassen würden und es scheint manchmal so, dass die Abwehrspieler warten, dass ihnen einer sagt wo sie stehen müssen.
    Klar Adler ist jetzt wieder da. Aber er wäre eine teure Risikoverpflichtung gewesen. Ein NoGo für Schalke, denn zurzeit wollen wir uns nicht mal einen neuen Rasen leisten…

  15. KönigsblauMSam 30. November 2012 um 19:12 15

    Auf einen bewusst provokativ geschriebenen Kommentar erwarte ich natürlich einige Gegenreaktionen. Ich mache es kurz: Der erste Teil des Artikels einschließlich Überschrift und Bild ist mir zu plakativ und überzogen in Richtung der Person LU. Die schreibende Zunft der Sportjournalisten schaut auch hier vorbei, um sich ggf. dankbar neues Futter rauszupicken. Warten wir mal ab …
    Der zweite Teil vollzieht dann einen “positiven Bogen” zur Person LU. Welcher Teil beim Leser mehr hängen bleibt könnte klar sein. Insgesamt ist der Artikel gewohnt gut analysiert und geschrieben – keine Frage.
    Kommentare sind Meinungsbilder. Von meiner Seite keine weiteren Reaktionen dazu. Munter bleiben!

  16. derwahrebaresiam 30. November 2012 um 19:26 16

    @denn zurzeit wollen wir uns nicht mal einen neuen Rasen leisten…

    ich bin eh erstaunt, dass das schon wieder von nöten ist/sein soll.
    das grün ist m. e. noch kein jahr alt und soll doch draussen (angeblich) auch genug sonne bekommen.

  17. bluesam 30. November 2012 um 20:54 17

    @derwahrebaresi
    die Dinger halten eben nicht ganz solange wie man sich das wünscht. Wenn einer eine gute Idee” hat, kann er sich wahrscheinlich eine grüne Nase verdienen. :-)

    Interssant ist, dass wir mal nicht eben 300.000 Euro(geschätzt) haben, und stattdessen ein hohes und vielleicht ebenfalls teures, Verletzungsrisiko eingehen.
    Fragte mich eingentlich schon immer, ob so ein kaputter Arbeitsplatz äh Rasen, nicht ein Fall für die Berufsgenossenschaft ist.

  18. Carlitoam 30. November 2012 um 21:31 18

    Klasse Beitrag! Ich denke viele andere, junge Torhüter wären vielleicht längst daran zerbrochen.

  19. Uweam 1. Dezember 2012 um 08:15 19

    Hallo Schalkers,

    ich bin überrascht wie positiv Unnerstall hier durch die Bank gesehen wird. Da werden offensichtlich keine objektive Kriterien angelegt, allenfalls diffuse Statistiken als Beleg herangezogen.

    Schon als Unnerstall bei den Amateuren spielte, konnte man in den Schalke-Foren und auf der Liste lesen, wie unsicher der Typ ist. Erstaunlich kritisch wie ich damals fand. Als er zu den Profis kam, war ich dann überrascht ihn gar nicht so schlecht zu sehen, wie ihn damals einige gemacht haben. Aber er war ja auch noch sehr jung und entwickelte sich…

    Jetzt, 3 -4 Jahre später sehe ich eher wiede reinen Rückfall. Sein Torwartspiel ist einfach schlecht, in fast allen Diziplinen. Beim Spielaufbau, Abschlag, Abstoß, Abwurf sowieso, bei der Straufraumbeherrschung, beim Spiel mit dem Fuß, bei der Ausstrahlung/Organisatiion der Abwehr und zuletzt auch auf der Linie. Man sieht`s, wenn man die blau-weiße Brille abnimmt!

    Schade, zumal ich auch der Meinung bin, dass wir mit Timo Hildebrand einen Torhüter haben, der viele der geforderten Fähigkeiten mitbringt (und dies praktisch in jedem Spiel in demeer im Einsatz war, unter Beweis gestellt hat), und vor allem dem Team ein wichtiger Rückhalt wäre, wenn’s mal nicht so läuft. Vor der Saison zur Nummer eins auserkoren, durfte er nach einer Verletzung nicht wieder seinen Platz im Tor einnehmen- und wenn er’s dann wieder darf, wird wohl auch er von den Unbelehrbaren ausgepfiffen. Helfen wird`s nicht…

    Genausowenig wie Unnerstall! Wer bis zum Ende gelesen hat, dem sein gesagt: Ich pfeife ihn nicht aus, aber ich rege mich auf, ich sehe seine Schwächen und ich traue mich auch sie auszusprechen. Persönlich habe ich nichts gegen den Jungen, der identifiziert sich schon für den Verein. Aber aus meiner Sicht langt dass nicht, um sich den Platz im Schalker Tor für längere Zeit zu sichern. Schade!

    Und Huub Stevens darf man ruhig auch kritisch sehen, denn der ist stur- nicht nur im Fall Unnerstall. Aber ein Stückweit erhabener was Kritik betrifft…

    Glückauf, das musste jetzt mal raus!

  20. Carlitoam 1. Dezember 2012 um 10:03 20

    @Uwe: Das Lars Unnerstall schwächen hat, ist für mich auch unbestritten. Auch ich hätte lieber den Timo Hildebrand im Tor, weil ich denke, dass er das bessere Gesamtpaket bietet.

    Trotzdem ist es eine Unart, die wir auf Schalke leider schon zig Jahre haben, dass EINZELNE eigene Spieler immer über alle Maßen in Grund und Boden geschrieben, gepfiffen und sonstwas werden.

    Siehe hierzu auch letzte PK der Kommentar von Huub, ich glaube er meinte Agali und nannte außerdem noch van Kerckhoven. Man könnte aber noch zig andere nennen. Und dieses Verhalten ist einfach, ehrlich gesagt, scheiße!

    Sachliche Kritik is ja ok, aber dieses Mobben und Bashen geht einfach mal gar nicht!

    P.S.: Nicht, dass ich Dir das jetzt vorwerfe, Du führst ja sachlich die Schwächen auf, die LU Deiner Meinung nach hat.

  21. Daniel Kuam 1. Dezember 2012 um 11:22 21

    @Carlito: Ich halte auch nix davon, jemanden auszupfeifen, das macht man einfach nicht! Pfeifen ist aber eine Sache, die ich bewusst mache um meinen Unmut kundzutun und die ich auch bewusst unterlassen kann! Was ich aber nicht steuern kann, ist ein Raunen oder ein Aufstöhnen, denn das passiert im Eifer! Wenn das dann noch 10000 bei einem verunglückten Abschlag tun, entsteht natürlich eine imposante Lautstärke! Aber das sind eben genau diese Emotionen, die das Spiel ausmachen! Das kann man nicht steuern! Ich will das auch nicht steuern, weil das Ausdruck meiner Gefühle ist, und dafür geh ich ins Stadion! Ich will dem Jungen damit nix Böses, aber zumindest damit muss er umkönnen!

  22. Carlitoam 1. Dezember 2012 um 12:42 22

    Naja, ein Raunen kommt vermutlich jedem mal über die Lippen. Aber es kommt eben bei dem jungen Burschen tausendfach an. Das beruhigt nicht unbedingt und macht halt auch nicht selbstbewusster. Das man das nicht unterdrücken kann, ich will das auch nicht, ist auch klar. Aber vielleicht kann man ja etwas leiser raunen… ;)

  23. Uweam 1. Dezember 2012 um 14:04 23

    Carlito, diese “ganz besondere ” Schalker Unart, stört mich auch. Aber egal wie, die Verantwortlichen müssen den Durchblick behalten -und offensichtlich reagiert der sture Hubb ja heute trotz anderer Ankündigungen. Und hoffentlich nicht in erster Linie durch die Kritik von außen sondern weil er als Fußballtrainer eben doch nicht blind ist…

    Dass der Druck dann aber für Hildebrand heute auch groß sein wird, ist klar. Na,wir werden sehen!

    Neuer Monat, neues Glück. 3:0

  24. Pro Ernstam 2. Dezember 2012 um 15:21 24

    Meines Erachtens hätte Stevens Lars Unnerstall direkt nach der “Genesung” von Hildebrand wechseln müssen. Am Anfang der Saison hat er sich Hildebrand ganz klar als Nr. 1 bezeichnet. Jeder Trainer der anderen Bundesligisten, dessen 1. Torwart verletzt war, hat diesen sofort wieder gebracht. Nur Stevens hat Unnerstall dringelassen, weil der ja so “gut” akutell drauf ist.
    Die Unsicherheit der Hintermannschaft ist daher m. E. auch auf Unnerstall zurückzuführen, da bei jedem Ball, den sie durchlässt man damit rechnen muss, dass ein Tor fällt.
    @Matthias
    Ich muss Dir übrigens auch widersprechen, dass man mit Adler ein Problem eingekauft hätte. Er wäre wahrscheinlich eher nach uns gekommen als nach Hamburg. Und von ihm als Profi ist ja wohl jeder überzeugt. So hätte er sich auch bei uns wieder zur “Serienreife” entwickeln können, da ja bis gestern auch Lars Unnerstall bei uns im Tor gestanden hat. Im Gegenzug hätten wir den Vertrag mit Hildebrand nicht verlängern müssen. So hätten wir wenigstens einen Torwart, der entsprechend unseren Ambitionen Champions-League (auch finanziell notwendig) entsprochen hätte.
    Aber am Ende gilt natürlich: Hinterher ist man immer schlauer bzw. Hätte, Hätte, Fahrradkette.

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