Glücklicher Pokalk(r)ampf

31. Okt. 2007 | Keine Kommentare

Es gibt Spiele, da weiß man nicht, ob einem die Niederlage peinlich sein soll, oder ob der Sieg nicht doch den schaleren Beigeschmack mit sich führt. Der heutige Pokalk(r)ampf gegen Hannover 96 war so eine Partie. Doch mit ein paar Minuten Abstand ist man einfach nur noch froh, dass man die Runde überstanden hat und freut sich auf die folgenden Aufgaben, bei denen eines sicher ist: Es wird auf jeden Fall besser werden! Machen wir es kurz. Schalke gewinnt in der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals mit 2:0 gegen Hannover. 120 Minuten waren für den schwer erarbeiteten aber letztendlich – auch und gerade aufgrund der eklatanten Hannoveraner Harmlosigkeit – verdienten Sieg notwendig. 30 Minuten zu viel, wenn man bedenkt, dass Schalke in den kommenden zehn Tagen drei richtungsweisende Spiele vor der Brust hat.

Es dauerte lange, bis das Pokalspiel ein wenig in Schwung kam. Die Anfangsphase war bei beiden Seiten geprägt von Unkonzentriertheiten und Ideenlosigkeit. Bezeichnenderweise war es ein Hannoveraner, der die erste und für lange Zeit auch beste Schalker Chance auf dem Fuß hatte: Frank Fahrenhorst ballerte einen verunglückten Befreiungsschlag an die eigene Querlatte (24. Minute). Es sollte bis zur 65. Minute dauern, bis die Fans im Stadion wieder den Torjubel auf den Lippen hatten: Bei Lövenkrands’ Schuss aus sechs Metern (Vorarbeit durch Pander) rettete der herausstürmende Gäste-Keeper Robert Enke großartig.

Erst gegen Ende der regulären Spielzeit entzerrte sich das Match zweier am heutigen Tag indisponierter Bundesligisten. Und es war Schalke, das eindeutig mehr für das Match tat. Der Hauch eines Powerplays war von der 75. bis zur 90. Minute zu spüren. Allein – ein Tor wollte einfach nicht fallen. Hannover hatte zu diesem Zeitpunkt jegliche Offensivbemühung bereits vollständig eingestellt.

Die Verlängerung begann wie die reguläre Spielzeit endete. Schalke zeigte sich zwar etwas engagierter, etwas kämpferischer, etwas laufbereiter aber immer noch zu ineffektiv. Wäre da nicht diese 97. Minute gewesen – vielleicht hätte es mit dem erlösenden Tor nie geklappt. Doch als Rafinha eine Flanke von der Grundlinie in den Strafraum gründlich verunglückt, senkt sich der Ball ganz böse an die Latte, prallt an den Arm des abwehrwilligen Enke und landet im Tornetz. Das 1:0! So wie es fiel war es ein Geschenk des Himmels.

Danach war das Spiel eigentlich gelaufen. Hannover hatte nie wirklich etwas zum Match beigetragen und konnte in den letzten Minuten den Hebel nicht mehr umlegen. Im Gegenteil hatte Schalke gleich eine ganze Reihe von sehr guten Kontermöglichkeiten, verhampelte den Ball aber immer wieder kläglich. Erst in der 120. Minute erlöste Kevin Kuranyi nach einer Vorlage von Jermaine Jones das Publikum und erzielte das 2:0. Ende gut, alles gut. Irgendwie zumindest.

Auf Schalker Seite stimmte der Wille. Der Einsatz hinkte diesem Willen lange Zeit hinterher. Herausragender Akteur war Marcelo Bordon, der zusammen mit Fabian Ernst den Laden in der Defensive und im Mittelfeld im Alleingang zusammenhielt. Eine kleine Enttäuschung war der Auftritt des gegen Bremen noch starken Grossmüller. Zwar versuchte er erneut viel, gelingen wollte ihm jedoch so gut wie gar nichts und vor dem Tor war der “Uru” entweder zu unentspannt oder eindeutig zu eigensinnig.

Mehr zum Spiel gegen Hannover schreibt die Süddeutsche Zeitung. Wer die 120 Minuten noch einmal zur Gänze oder in Auszügen sehen möchte, dem lege ich das Schalke04-TV auf “Maxdome” ans Herz.

www.maxdome.de

 

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