Souverän zum Sieg gezittert

21. Dez. 2009 | Keine Kommentare

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Die Herbstmeisterschaft ist es dann doch nicht geworden, obwohl Schalke seine Hausaufgaben am letzten Bundesliga-Wochenendes des Jahres gemacht hatte. Mit 1:0 bezwang man in einer zunächst sehr flotten, im weiteren Verlauf jedoch weitestgehend unspektakulären Partie die starken Aufsteiger vom FSV Mainz 05 und kletterte zumindest für eine Nacht an die Tabellenspitze. Zwar konnte Bayer Leverkusen am Samstag nachlegen und den Platz an der Sonne für die kurze Winterpause zurück erobern, doch unter dem Strich stehen unglaubliche 34 Punkte, die Schalke in dieser Hinrunde sammeln konnte. Man muss nicht unbedingt in den uralten Liga-Chroniken wälzen, um eine ähnlich starke Schalker Vorrunde zu entdecken: 2006/2007 holte das damalige Team sogar 36 Punkte in der Hinserie. Dennoch ist es ein überwältigendes weil durch die Bank überraschendes Ergebnis.

Die Geschichte des Spiels am Freitagabend ist schnell erzählt: Schalke begann überraschend druckvoll und setzte den verdutzten Gästen direkt vom Start weg mächtig zu. Obwohl man ohne den erkrankten Rafinha antreten musste, wanderte der Ball flott über die Flügel und von dort wieder zurück ins Zentrum. Jefferson Farfán erlebte einen vogelfreien Tag und durfte schalten und walten, wie er wollte. Immer wieder sorgte der Peruaner für Gefahr vor dem Gäste-Tor. Die erste richtig dicke Chance bot sich jedoch Ivan Rakitic, der freistehend aus acht Metern in der zehnten Minute einen Ball über das Tor köpfte. Zwei Minuten später macht es Farfán dann deutlich besser. Wie bereits in Bremen spielt Lewis Holtby einen Traumpass, der die gesamte Abwehrkette der Mainzer aushebelt, Farfán taucht frei vor dem Tor auf und überlupft den herausstürzenden Heinz Müller cool zum 1:0. Ein paar Minuten später ist es erneut Raktitic, der mit etwas mehr Glück Schalke frühzeitig deutlicher in Front hätte bringen könne. Sein Eckball wird zu einem ganz fiesen Ding für den Mainzer Keeper, der den Ball in höchster Not noch klären kann. Beinahe wäre auch ich einmal in den Genuss eines direkt verwandelten Eckballs gekommen. Schade. Dass Heiko Westermann eine 104%ige Chance frei vor dem Tor verstolperte, sollte als zusätzlicher Beleg für eine starke Schalker Anfangsphase noch angeführt werden.

Im Anschluss ließen es die Knappen dann gemächlicher angehen – zeitweise auch zu gemächlich. Doch Mainz war an diesem kalten Freitagabend einfach zu schwach, um die Einladung zum Mitspielen anzunehmen. Das 1:0 zur Pause ging komplett in Ordnung und auch in der zweiten Halbzeit war Schalke immer einen Schritt schneller, konzentrierter und torgefährlicher. Kuranyi vergab direkt nach dem Wiederanpfiff und direkt vor dem Abpfiff die besten Schalker Chancen. Kein Vorwurf an den Stürmer – er lieferte wieder eine sehr gute Partie. Letztendlich brachte Schalke das Resultat über die Zeit, ohne sich zu sehr zu verausgaben. Ein deutlich höheres Ergebnis wäre drin gewesen, doch die Mannschaft zog es vor, sich souverän zum Sieg zu zittern.

Mehr zum Spiel schreibt der kicker.

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