Wieder in der Spur

19. Apr. 2010 | 2 Kommentare

Schalke Fanclub Monasteria
Schalke steht kurz davor, eine tolle Saison zu veredeln. Der 3:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach sicherte das vor der Saison als Wunschtraum ausgegebene Saisonziel “Internationaler Wettbewerb” nun auch rechnerisch. Drei Spieltage hatte es gedauert, den letzten theoretisch notwendigen Punkt auf den VfB Stuttgart noch zu holen. Lange genug. Drei Spieltage vor dem Saisonende geht es nun darum, der denkwürdigen Spielzeit noch die Krone aufzusetzen. Platz 2 und damit die direkte Champions-League-Qualifikation, sind zum Greifen nahe. Sieben Punkte beträgt der Vorsprung auf den aktuellen Tabellendritten aus Bremen. Nur noch ein Sieg – dann hat Schalke das erreicht, was noch nicht einmal die kühnsten Optimisten vor der Saison gewagt hatten zu glauben. Und urplötzlich spricht Trainager Felix Magath das böse M-Wort völlig offen aus. Warum auch nicht. Schalke kann in dieser Saison kaum noch etwas verlieren – aber noch vieles, wenn nicht sogar alles, gewinnen.


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Auch am Samstag spielte Schalke natürlich nicht wie der Nummer-1-Anwärter auf die Meisterschaft. Die erste dicke Möglichkeit hatten sogar die Gäste, die die Spielzeit unbelastet austrudeln lassen können. Vielleicht etwas zu unbelastet, denn der Abschluss des freistehend vor Manuel Neuer aufgetauchten Reus nach vier Minuten war dann doch einen Tick zu sorglos und deshalb unpräzise. Das war’s dann aber auch vorerst mit Gladbacher Offensivaktionen. Fortan erarbeitete sich Schalke ein Übergewicht und konnte bereits nach 10 Minuten jubeln. Eine Ablage von Farfán nagelte Ivan Rakitic aus knapp 23 Metern derart hart in den Winkel, dass Gladbachs chancenloser Keeper Bailly sicherlich nicht ganz böse war, der Schussbahn des Balles entgangen zu sein. Schalke war nach zwei schwachen Spielen wieder auf Kurs und bereitete sich auf einen Nachmittag der ruhigeren Art vor.

Sieben Minuten später war es mit dieser Ruhe dann aber schlagartig vorbei. Ein weiter Abschlag von Bailly, Rafinha und Höwedes behindern sich gegenseitig bei der Ballannahme, Bobadilla riecht den Braten und sprintet in den Ball, Neuer will klären, weiß aber nicht, ob der die Hand, den Fuß oder sonst ein Körperteil nehmen soll, der Gladbacher ist durch und schießt zum 1:1 ins leere Tor ein. Natürlich kann man darüber streiten, ob Bobadillas Einsatz gegen Neuer wirklich regelgerecht war. Ein Bild auf der Schalker Website legt sogar den Verdacht nahe, Neuer habe den Ball tatsächlich “sicher” gehabt und Bobadilla das Spielgerät regelwidrig wieder in die Partie gebracht – unter dem Strich und vor allem in Realgeschwindigkeit betrachtet bleibt es dennoch ein Patzer und somit Neuers zweiter kapitaler Fehler im zweiten Spiel in Folge.

Der Ausgleich machte der Mannschaft sichtlich zu schaffen. Zwar blieb man das bestimmende Team, Gladbach schien sich aber einen Spaß daraus zu machen, aus einer sicheren Abwehr mit Kontern zu drohen. Erst kurz vor der Pause wurden Schalkes Angriffsbemühungen zielstrebiger und erfolgreicher. Zunächst scheitert Kevin Kuranyi bei einem Kopfball und schiebt den Ball knapp am Tor vorbei, in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit bringt er nach einem Eckball die Kugel dann aber wuchtig auf’s Tor. Bailly kann parieren, lässt den Ball abprallen, Farfán staubt zum 2:1 ab. Gerade noch rechtzeitig, um das Publikum beschwingt in die Halbzeitpause zu entlassen.

In der Halbzeitpause öffnete Felix Magath einmal mehr seine Wundertüte und zauberte Winter-Neuzugang Gavranovic für den am Samstag blassen Edu aus dem Hut. Eine Maßnahme, die voll aufging. Der schweizerische U-21-Nationalspieler fügte sich gleich prima ein und das nicht nur, weil er in der 47. Minute von Bradley im Gladbacher Strafraum zu Fall gebracht wurde. Auch ohne den Elfmeter, den Rakitic nervenstark und mit etwas Glück verwandelte, wäre es ein gutes Debut gewesen, das in der 71. Minute sogar ein Tor verdient gehabt hätte. Doch in der 1:1-Situation gegen Bailly siegte der Borussen-Keeper.

Überhaupt hatte Schalke nach dem 3:1 noch mehrere Chancen, das Ergebnis deutlicher ausfallen zu lassen. Schalke brannte zwar kein Offensivfeuerwerk ab, blieb jedoch am Drücker. Vor allem aber war man darauf bedacht, in der Abwehr nun nichts mehr anbrennen zu lassen. Sieben Gegentore in drei Spielen sind auch wirklich genug. Es gelang, wenn auch manchmal auf Kosten eines Balles, der die oberen Reihen des Unterranges küsste.

Obwohl Schalke kein Tor mehr gelang, brandete doch noch zweimal richtiger Jubel auf. Das erste Mal, als in der 85. Minute Gerald Asamoah für den in den ersten 60 Spielminuten wirklich saustarken Hao den Platz betrat und vielleicht sein letztes Heimspiel für Schalke bestritt. Das zweite Mal nur Sekunden später, als der Videowürfel das 2:1 für den VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen anzeigte. Hätte es am Abend nicht den knappen Sieg des FC Bayern gegen Hannover 96 gegeben – es wäre ein Spieltag wie gemalt für Schalke gewesen. Mehr zum Spiel schreibt der “kicker“.
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2 Kommentare zu “Wieder in der Spur”

  1. Nepomuk113am 21. April 2010 um 19:37 1

    … wir träumen weiter!! Bitte nicht wecken!

  2. matthiaßam 23. April 2010 um 08:22 2

    Ja, da sind wir wieder in der Spur. Schön daran ist, dass die Bayern ihre Lederhosen weiterhin gestrichen voll haben, was aber auch dazu führen kann, dass sie sich diese auch aus diesem Grunde nicht mehr von jemandem ausziehen lassen wollen. Und wer ausser uns Schalkern will das wirklich sehen? Schau´n wir mal und GLÜCK AUF!

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