Wie viele Tore hätten’s denn gern?

17. Dez. 2010 | 7 Kommentare

Es ist ein völlig neues Gefühl in dieser Saison: Schalke geht zum ersten Mal in der Bundesliga-Spielzeit 2010/2011 in eine Partie, ohne mit dem Rücken an der Wand zu stehen. Es geht gegen Köln, doch wer ist schon Köln? Die Frage kann doch höchstens sein, wie viele Dinger Raúl, Huntelaar und Co. den Domstädtern in die Maschen prügeln. Köln – das ist Abstiegskampf. Schalke hingegen ist nach der Qualifikation für das Champions-League-Achtelfinale und den Siegen gegen Bayern und Mainz schon fast zurück in der Weltklasse. Die Europa-League-Qualifikation ist wieder das offizielle Ziel – mindestens! Und während ich das schreibe, fällt mir auf, dass man derartige Töne des Überschwangs nach zwei gewonnenen Ligaspielen sonst nur aus Köln kennt.

Schaut man in die Statistik, dann sind Schalker Bundesliga-Heimspiele gegen Köln zuletzt in der Tat meist eine Bank. Seit der letzten Heimniederlage, ein 1:3 in der Saison 1993/94 (damals spielten für Schalke noch so klangvolle Namen wie Gehrke, Schierenberg, Prus, Scherr, Borgmeier oder Borodjuk), gab es für Schalke sieben Heimsiege und vier Unentschieden. Darunter war auch das Spiel, bei dem ein nicht mehr ganz so junger Mann aus Österreich einem jüngeren Mann aus Deutschland wünschte, er möge nie mehr Glück in seinem Leben haben. Schalke gewann 1:0 durch ein spätes Tor von Radek Latal und schaffte so noch den Sprung in den UEFA-Cup. Köln stieg ab. Seitdem sind sich beide Teams nie wieder auf Augenhöhe begegnet. Die aktuelle Vier-Punkte-Rückstand nach 16 Spieltagen ist da schon die engste Schlagdistanz, in die Köln in den letzten Jahren gekommen ist. In eine Winterpause zu gehen und auf Schalke nur ein mageres Pünktchen Abstand zu haben, würde in Köln wahrscheinlich zu spontanen Champions-League-Flugbuchungen führen.

Felix Magath gibt sich auf der Pressekonferenz vor dem Spiel alle Mühe, Köln nicht als den Gegner darzustellen, der im Vorbeigehen geschlagen wird. Er lobt die Konterstärke der Gäste und spricht davon, dass es ein vorrangiges Ziel sein müsse, den Abwehrriegel durch einen frühen Treffer zu durchbrechen. Der versammelten Presse ist das egal. Ihr war Köln gestern kaum eine Frage wert und wenn doch, dann bestenfalls anstandshalber.

Der „Eff Zee“ wird ohne Lukas Podolski antreten. Wer das als ein gutes Omen für Schalke wertet und Köln geschwächt sieht, hat in den letzten eineinhalb Jahren kein Spiel der Kölner mit Lukas Podolski gesehen. Haltet mich für einen Berufspessimisten, aber ich sehe nach all‘ der Freude der letzten Wochen am Samstag durchaus gesteigertes Katzenjammerpotenzial.

Doch vielleicht habe ich da einen ebenso schlechten Riecher, wie zuletzt bei der Wahl meiner Auswärtsfahrten.

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7 Kommentare zu “Wie viele Tore hätten’s denn gern?”

  1. Beneam 17. Dezember 2010 um 07:40 1

    Einen Vorteil hat Schalke schon mal: für das Spiel ist DER Heimschiri der Liga eingeteilt, Wolfgang Stark… da sollte ein Sieg drin sein!

  2. derwahrebaresiam 17. Dezember 2010 um 08:37 2

    ich mache mir keine sorgen.
    der k…ner bock wird “geschlachtet” :-)

  3. David04am 17. Dezember 2010 um 10:42 3

    Laut meinen Kölner Freunden haut uns dieser Clemens 3 Dinger rein. Ich bezweifele dies hiermit offiziell.

  4. tumulderam 17. Dezember 2010 um 10:51 4

    Koloohn, Koooloohhhn … die _____ vom Doooom. Warum wohl?;)

  5. skAndyam 18. Dezember 2010 um 10:19 5

    “…wie zuletzt bei der Wahl meiner Auswärtsfahrten.”

    Jetzt aber mal nicht Ursache und Wirkung vertauschen!

  6. Henningam 19. Dezember 2010 um 13:25 6

    Hattrick von Raul wäre mal wieder schön :D

  7. Carlitoam 19. Dezember 2010 um 15:54 7

    Schön, dass Dein Riecher nicht der richtige war! ;)

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