Eine unbequeme Wahrheit

14. Jan. 2011 | 5 Kommentare

Bevor du jetzt weiter liest, möchte ich dich eindringlich warnen. Es folgt eine unbequeme Wahrheit, die selbst Al Gores verfilmte Powerpoint-Präsentation in den Schatten stellen wird. Und sag‘ später nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.

Ja, das Dach der Veltins-Arena ist zu weiten Teilen hinüber und wird es auch noch bis April bleiben. Und ja, das bedeutet, dass der eine oder andere bei den nächsten Stadionbesuchen doch tatsächlich unter halbwegs freiem Himmel stehen bzw. sitzen wird. In der Tat könnte man dabei  – und jetzt haltet euch fest – nass werden. Hui!

Im echten Leben, via Twitter und in diversen Foren wird deshalb seit Tagen darüber diskutiert, wie man dieses Worst-Case-Szenario für jeden Würfelzucker irgendwie verhindern kann. „Schleust du mich mit deiner Karte in deinen Block? Ihr habt doch noch Dach, oder?“, lautet die Frage. Und protektionistisch-ängstlich wird dann erwidert:„Ja klar, aber was ist, wenn das alle machen?“

Dass Schalke am Samstag Regencapes verteilen wird, ist andernorts schon längst wieder Gegenstand heftigster Verschwörungstheorien. Denn was wäre, wenn es diese Regencapes nur für Sitzplatzbesucher gibt? Das geht doch nicht. Das wäre doch ein Skandal! Dass es sich bei derartigen „Regencapes“ in der Regel um bessere Mülltüten mit Armlöchern handelt, scheint niemand zu bedenken. Jeder, der sich schon einmal bei einem Open-Air-Festival den Arsch hat nass regnen lassen, weiß, dass diese Gratis-Regencapes keinerlei Zweck erfüllen. Es sei denn, man sieht den Zweck darin, aufgrund der nicht vorhandenen Atmungsaktivität des Materials bereits nach wenigen Minuten im eigenen Saft zu schmoren wie ein Hähnchen im Bratschlauch. Denn genau dafür sind die Dinger echt super!

Ich gehe mit den verschiedensten Ängsten und Sorgen in den morgigen Samstag. Dass ich nass werden könnte, ist allerdings der kleinste Gedanke, der mir im Kopf herumschwirrt. Besorgniserregender finde ich, dass die nach Wochen erstmals umgestellte Schalker Abwehr nass gemacht werden könnte. Dass der Traum von der großen Aufholjagd in der Rückrunde schon im ersten Spiel jäh absäuft. Und dass die ganze Euphorie, die in den letzten Wochen der Hinrunde entstanden ist, urplötzlich weggeschwemmt wird. Darüber zerbreche ich mir den Kopf.

Diejenigen, deren größte Sorge es ist, dass ihr Haupt am Samstag von ein paar Tropfen Wasser benetzt werden könnte, sollten besser gleich zuhause bleiben. Das meine ich ernst.

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5 Kommentare zu “Eine unbequeme Wahrheit”

  1. ozzi04am 14. Januar 2011 um 09:25 1

    Danke. Mehr ist diesem Artikel nicht hinzuzufügen.

  2. hellwacham 14. Januar 2011 um 09:49 2

    Hmpf, geht nicht, muss morgen früh ins Montafon, den Pisten beim schmelzen zugucken.

  3. derwahrebaresiam 16. Januar 2011 um 11:06 3

    scheisse, du solltest recht behalten. :-(
    was für ein grottenkick …

  4. holzboy2008am 16. Januar 2011 um 12:34 4

    Die Manschaft hätte daheim bleiben sollen, vom laufen waren die nicht nass aber vom Gegner ständig.Kann mir mal einer sagen wer von den jüngeren Spielern hat sich im ersten Halbjahr verbessert.Keiner.Ein Schritt vor , zwei zurück .Ich will nicht beim Tanzen zusehen,ich will Fußball sehen, den gabs am Freitagabend das muß man neidvoll anerkennen.Mein Magen dreht sich heute schon ,wenn ich ans nächste Derby denke .

  5. leeniam 16. Januar 2011 um 16:07 5

    Yup. Das war ein extrem wichtiges Spiel. Man hat alles in der Vorbereitung getan, um es zu gewinnen. Und herausgekommen ist eine Bankroterklärung. Der DFB-Pokal bleibt als letzte Hoffnung.

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