Immerhin ein 12-teiliges Kaffeeservice!

29. Jun. 2011 | 3 Kommentare

Die hauptsächlichen Preise bestanden aus Kunstobjekten, wie kleinen Statuen oder Anstecknadeln, und aus Gegenständen wie Spazierstöcken, Brieftaschen, Schreibmappen, Uhren etc. (…) Dies führte unter den Athleten zu einer allgemeinen Empörung. Viele ließen ihre Preise schätzen und erfuhren, dass sie manchmal nur wenige Francs wert waren. (…) Eine Ehrung als Olympiasieger gab es nicht.

Ja, so war das damals bei den Olympischen Spielen des Jahres 1900. Da ging der US-Amerikaner Alvin Kraenzlein, der beste Sprinter seiner Zeit, nach dem Triumph mit einem Schreibmäppchen aus dem Stadion. Heutzutage macht Usain Bolt ein paar Millionen US-Dollar in knapp 9,6 Sekunden. Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit? Keinesfalls! Denn damals wie heute gilt: Du kannst noch so schnell laufen, hüpfen, schwimmen, singen, tanzen oder malen wie du willst: Wenn es keinen gibt, der dich dafür bezahlt, bekommst du dafür noch nicht mal einen feuchten Händedruck. Damals interessierte das heutige Weltereignis Olympische Sommerspiele niemanden. 1989 galt dasselbe für eine Fußballeuropameisterschaft der Frauen.

Dies nur als kleiner Denkanstoß für alle, die seit Tagen die Trommel der Empörung schlagen, wenn daran erinnert wird, dass die deutschen Damen für ihren EM-Titel 1989 vom DFB lediglich ein 12-teiliges Kaffeeservice erhielten. Das war sicherlich nicht besonders großzügig von den Fußball-Oberen, aber – hey! – es hätte auch noch viel schlimmer kommen können.

In etwa so wie es dem mehrfachen Weltschiedsrichter Pierluigi Collina widerfuhr. Dem markanten Glatzkopf übereichten einst DFB-Vertreter einen Haarföhn als Gastgeschenk.

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3 Kommentare zu “Immerhin ein 12-teiliges Kaffeeservice!”

  1. Jürgenam 29. Juni 2011 um 07:39 1

    So ist es, Matthias. Gelungener Beitrag über die Verbindung von Sport und Marktwirtschaft. Und aus genau diesem Grund halte ich auch all die Diskussionen über zu hohe Gehälter im Profisport für überflüssig!

  2. Carlitoam 29. Juni 2011 um 21:06 2

    Eben! Wenn die Vereine und Verbände nicht so viel Geld verdienen würden, würden auch die Sportler nicht so viel bekommen. Also sind die Konsumenten quasi selber schuld…

  3. matthiaßam 4. Juli 2011 um 07:31 3

    Hallo Matthias,
    wenn man nun dieses Teeservice im guten Zustand bei 1-2-3-meins anböte, ja dann wird es heute auch einen Doofen haben, der den Tant für richtig viel Pulver ersteigert. Ich biete NIX, aber für ein T-Shirt vom Schalkefan oder den Fußballdeppen würde ich schon noch bieten. Angebot und Nachfrage; und immer schön im G´schääft bleiben!
    GLÜCK AUF!

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