Der letzte große Vertrag der Karriere

13. Jan. 2012 | 3 Kommentare

Torschützenkönig, deutscher Meister, Pokalsieger – jahrelang hat Ailton Goncalves da Silva die Fußballnation verzückt und Titel gewonnen, danach aber, mit noch größerem Erfolg, sich selbst zur Witzfigur gemacht. Nun erfolgt der (vorläufige) Höhepunkt im australischen Dschungel.

schreibt Merkur-Online und tappt dabei auf dem schmalen Grat zwischen boshafter Häme und linkischem Mitleid ebenso daneben, wie alle anderen Medien, die anlässlich des heutigen Starts der RTL-Show „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ über Deutschlands Fußballer des Jahres 2004 berichten. Wobei ich mir gar nicht sicher bin, ob man zu Ailton überhaupt eine Meinung haben kann, die nicht entweder offen schadenfroh oder selbstgefällig mitleidig daherkommt. Wenn selbst das vorzügliche Magazin „Sport inside“ des WDR in einem Bericht vom April des vergangenen Jahres nur an der Oberfläche kratzen und pauschal kriminelle Anlageberater als Generalschuldige präsentieren kann, weiß ich, dass „Pleite am Karriereende“ ein Thema ist, über das ich mir als Normalsterblicher kaum eine Meinung bilden kann.

Dem Vernehmen nach soll Ailton für die (maximal) zwei Wochen im inszenierten australischen Busch eine Gage von 55.000 Euro erhalten. Das durchschnittliche Jahreseinkommen (52 Wochen) eines deutschen Arbeitnehmers liegt bei ca. 43.000 Euro. Es schwingen weder Häme noch Mitleid mit, wenn ich feststelle, dass das dann wohl wirklich der letzte große Vertrag in Ailtons Karriere gewesen sein wird.

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3 Kommentare zu “Der letzte große Vertrag der Karriere”

  1. Diego_04am 13. Januar 2012 um 07:39 1

    Der hat am Ende vom Geld noch ´ne Menge Leben vor sich. Vielleicht klappt´s ja als Deutschlehrer am Goetheinstitut in Río.

  2. Carlito69am 13. Januar 2012 um 10:04 2

    Ja, da scheinen u.a. ne Menge falsche “Freunde“ mit am Werk gewesen zu sein. Naja, Mitleid habe ich trotzdem keins, denn er wird in den letzten 10-15 jahren nen paar verdammt gute jahre gehabt haben…

    Aber traurig ist es schon irgendwie…

  3. Rudinhoam 17. Januar 2012 um 10:06 3

    Zu den bedauerlichen Fakten in Bezug auf Ailton gehört es, dass er nicht nur sein Geld sondern auch seine Karriere auf dem Höhepunkt verschleudert hat.

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