Zware oder Zwaar – das war hier die Frage

22. Nov. 2005 | Keine Kommentare

Vor wenigen Tagen hatte ich mir die Frage gestellt, warum manche Tabakhersteller ihre Erzeugnisse “Halfzwaar”, andere wiederum “Halfzware” nennen. Ich hatte diesbezüglich eine Mail an meine Stamm-Tabakmarke “Drum” geschrieben und um Klärung gebeten.

So sah meine Anfrage aus:

Sehr geehrte Damen und Herren,

immer wenn ich meinen Tabak kaufe, ärgere ich mich darüber, dass die Verkäufer auf mein “Ein Päckchen Drum, bitte!” die Antwort “Den Halbschwarzen?” parat haben. Mit geradezu missionarischem Eifer versuche ich dann zu erklären, dass “Halfzwaar” nicht etwa “Halbschwarz” (ergo: grau), sondern “Halbschwer” bedeutet. Mittlerweile haben das zumindest meine Stamm-Verkäufer auch verstanden.

Jetzt stelle ich aber erschrocken fest, dass Sie Ihren Tabak gar nicht “Halfzwaar” sondern “Halfzware” nennen. Eine Schnell-Recherche im Internet hat ergeben, dass dies auch viele Ihrer Wettbewerber so halten, allerdings bei weitem nicht alle. Die Marke “Bison” z. B. hält sich an das niederländische Wort “Halfzwaar Shag”.

Können Sie mir bitte erklären, warum Sie Ihren Tabakschnitt als “Halfzware” und nicht etwa als “Halfzwaar” – was zumindest dem niederländischen nach eindeutig richtiger wäre – bezeichnen?
Viele Grüße aus Münster

Matthias in der Weide

Daraufhin erhielt ich heute folgende Antwort:

Sehr geehrter Herr in der Weide,

vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an unserer Marke Drum.

Laut unseren Recherchen ergibt sich bei der Übersetzung des Begriffes “Zwaar/e” folgendes Bild:

zware: schwere schwerer schweren schweres schwerem
zwaar: schwer wuchtig schweres schweren schwerer schwere schwerem

Somit sind unserer Meinung nach beide Begrifflichkeiten richtig.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr DRUM-TEAM

Womit auf einen Schlag gleich zwei Fragen beantwortet wären.

1. Die bei “Drum” hatten bis zu meiner Mail nicht den blassesten Schimmer, was die Aufschrift “Halfzware” auf der Verpackung überhaupt bedeutet und mussten erst einmal recherchieren.

2. Man kann heutzutage als Kunde jede noch so überflüssige Frage stellen. Im Rahmen der Kundenbindung wird sich immer ein Mitarbeiter in den Marketingabteilungen finden, der Mailanfragen wie die meinige beantworten muss.

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