Mit biederen Mitteln zum Erfolg gekommen

02. Nov. 2008 | Ein Kommentar

Heiko Westermann - Quelle: schalkefan.deNein, das gestrige Spiel in Cottbus war keine Fußball-Feinkost wie noch vor vier Tagen in Karlsruhe. Schalke präsentierte sich nicht als das blaue Ballett, das mit druckvollem Spiel und feinen Kombinationen locker und leicht zum Auswärtssieg kam. Letztendlich aber reichte es doch. Zwei Tore in der Schlussphase, eins durch Heiko Westermann, das andere durch Jefferson Farfán, beide aus Standardsituationen heraus, reichten letztendlich, um den zweiten Dreier auf fremden Platz einzufahren. Angesichts des Spielverlaufs war der Sieg verdient und das Resultat einer 90-minütigen Kontrolle über Ball und Gegner. Doch wenn man ganz ehrlich ist, hätte man sich auch nicht beklagen können, wenn man mit einem 0:0 die Rückreise angetreten hätte. Musste man aber nicht, weil man auch in Unterzahl, die Orlando Engelaar in der 52. Minute durch eine Beleidigung des Linienrichters Schalke einbrockte, abgeklärt und geduldig spielte. Und weil diese Geduld, ganz anders als noch vor Wochenfrist beim Spiel gegen Bielefeld, belohnt wurde.

Schalkes Trainer Fred Rutten wartete zu Beginn der Partie mit einer kleinen Sensation auf: Albert Streit durfte sich erstmals in der Anfangsformation versuchen, ersetzte dort Jefferson Farfán, der nach den vielen Spielen der letzten Tage geschont wurde. Ansonsten lief in der Lausitz dieselbe Mannschaft auf, die in Karlsruhe die beste Schalke Leistung seit langer Zeit geboten hatte. Doch bereits nach wenigen Minuten zeichnete sich ab, dass sich der Dienstagabend nicht wiederholen sollte. Schalke spielte extrem kontrolliert, Cottbus stand extrem defensiv, die zündenden Ideen im Schalker Spiel blieben aus, kurzum: Es war ein eher mäßiges Bundesligaspiel. Die erste Chance der Partie entwickelte sich so erst nach einer halben Stunde. Eine weite Flanke von Kobiashvili erreichte den Kopf von Kuranyi, der kurz auf Streit ablegt. Streit bugsiert den Ball aus vier Metern Entfernung auch ins Tor, jubeln darf er aber nur kurz, weil er beim Zuspiel von Kuranyi knapp aber deutlich erkennbar im Abseits gestanden hatte.

Das war es dann aber auch schon in der ersten Halbzeit. Cottbus fand in der Offensive überhaupt nicht statt, schaffte es kaum, den Ball kontrolliert über die Mittellinie zu bringen. Schalke hingegen konnte zwar gefühlte 80 Prozent Ballbesitz verzeichnen, vermochte es aber nicht, diese strukturelle Überlegenheit in Tormöglichkeiten umzumünzen. Und so wie die erste Halbzeit geendet war, begann auch der zweite Durchgang. Doch dann die 52. Minute, in der Orlando Engelaar nach einem Gestocher an der Seitenlinie einen Freistoß oder zumindest einen Einwurf für sich reklamierte, beim Linienrichter aber kein Gehör fand. Engelaar beschwert sich, gestikuliert ein wenig in der Gegend herum und zeigt dem Assistenten schließlich den Vogel. Schiedsrichter Weiner bleibt da keine andere Wahl: Glatt Rot für den Neuzugang aus Enschede.

Der Platzverweis hätte Cottbus mutiger machen können – tat er aber nicht. Stattdessen änderte sich das Spiel um keinen Deut. Schalke blieb weiterhin spielbestimmend und bis auf einen Distanzschuss des eingewechselten Cottbusers Jula gab es für Manuel Neuer nichts zu halten. Zehn Minuten vor dem Ende, inzwischen war Farfán für den blassen Altintop gekommen, schnappt sich der Peruaner dann in Höhe der Eckfahne den Ball für einen Freistoß, bringt die Flanke platziert in den Strafraum, Heiko Westermann steigt am höchsten und köpft auch acht Metern zum 1:0 für Schalke ein. Cottbus versucht es im Anschluss gar nicht mehr, sich aufzubäumen und kassiert in der 90. Minute sogar noch das 2:0 durch einen im Nachschuss verwandelten Foulelfmeter von Farfán. Zuvor war Kuranyi, an dem die Partie gestern auch ein ganzes stückweit vorbeigelaufen war, im Strafraum zu Fall gebracht worden.

Ende gut, alles gut. Selten passt dieses Fazit so gut wie beim gestrigen Sieg in Cottbus. Die drei Punkte wandern auf das Konto, bringen Schalke in der Tabelle auf den vierten Platz und vergolden eine englische Auswärts-Woche. Am Donnerstag tritt Schalke bei Racing Santander an und kann dort mit ein wenig Glück und einer ähnlich konzentrierten Leistung bereits das Ticket für die KO-Runde des UEFA-Cups lösen. Am kommenden Sonntag wartet dann mit dem FC Bayern eine andere Hausnummer. Im Spitzenspiel de Bundesliga darf es dann auch gerne wieder etwas mehr Fußball-Feinkost als gestern sein.

Mehr zum Spiel in Cottbus schreibt der “Reviersport“. Wer es gerne bewegt und in Farbe hat, ist im Schalke04-TV auf “Maxdome” gut aufgehoben.

www.maxdome.de

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Ein Kommentar zu “Mit biederen Mitteln zum Erfolg gekommen”

  1. Ingo Bloch-Lorenzenam 2. November 2008 um 20:44 1

    Man sollte wirklich zufrieden sein,in Cottbus gut auszusehen ist wirklich schwer.Selbst wenn sie zurückliegen stehen sie immer noch mit 10 Spielern hinten drin.Von daher zählt nur der dreier.Schön spielen und dabei (hoffentlich)gewinnen können wir dann ja am Sonntag-gegen die Bayern.Wie gesagt hoffentlich!!!

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