Der alte Sack – mit allem gebotenen Respekt

05. Apr. 2011 | 7 Kommentare

Als der FC Schalke 04 am 3. März 1998 zum zweiten und bislang letzten Mal im Guiseppe-Meazza-Stadion im Mailänder Stadtteil San Siro auf den FC Internazionale traf, spielten bei den Königsblauen heute längst verrentete Recken wie Olaf Thon, Mike Büskens, Johan de Kock, Ingo Anderbrügge und natürlich Yves „Wer war nochmal dieser Ronaldo?“ Eigenrauch. Für Inter liefen neben besagtem Urvater aller Ronaldos Fußball-Legenden wie Pagliuca, Simeone oder Fresi auf. Und natürlich Javier Zanetti. Heute, 13 Jahre nach diesem Aufeinandertreffen, ist der Argentinier der Letzte, der aus Sicht eines Aktiven von den vier Duellen in den Jahren 1997 und 1998 berichten kann. Denn Javier Adelmar Zanetti spielt seit 1995 bei den Blau-Schwarzen aus Mailand und absolviert somit sein 16. Jahr auf höchstem Niveau beim selben Verein.

Zanetti ist eine Ausnahme im europäischen Fußball, nicht nur aufgrund seiner Vereinstreue. Obwohl er Inter Mailand, dessen Kapitän er bereits seit 1998 ist, verkörpert wie außer Guiseppe Bergomi kein weiterer Spieler, hat er sich den Respekt aller Fans in Italien erarbeitet. Dazu trägt seine unspektakuläre Spielweise – die kaum eine Möglichkeit für Aufreger lässt – ebenso bei, wie die ihm eigene herausragende Fairness. Erst eine Rote Karte hat er im Verlauf seiner Karriere kassiert – zwölf Jahre ist das nun schon her. Hier und da mal eine Gelbe Karte, selten mehr als zwei bis drei pro Jahr – das war es dann auch schon. So etwas nötigt Bewunderung ab, vor allem wenn man sieht, wie der jetzt 37-Jährige durch Auge, Stellungsspiel und herausragende läuferische Leistungen selbst Ausnahmespieler wie seinen Landsmann Lionel Messi im CL-Halbfinale des vergangenen Jahres aus dem Spiel nimmt.

Im Champions-League-Finale gegen den FC Bayern bestritt Javier Zanetti sein wettbewerbsübergreifend 700. Spiel für Inter. Mittlerweile sind wieder ein paar Dutzend Einsätze hinzugekommen. Heute Abend wird er im Hinspiel des Viertelfinals der Schalker Offensive das Leben schwer machen. Dann wird ihm mit Raúl eine andere lebende Legende des europäischen Vereinsfußballs gegenüberstehen. Allein dieses Duell der beiden alten Haudegen, die noch immer mit jedem Jungspund ihrer Ligen locker mithalten können, dürfte das Eintrittsgeld wert sein.

Ich freue mich darauf und werde keine Gelegenheit versäumen, den im Vergleich zu mir dreizehneinhalb Monate älteren Zanetti als „alten Sack“ zu titulieren. Mit allem gebotenen Respekt, natürlich.

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Foto: Steindy @ Wikipedia

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7 Kommentare zu “Der alte Sack – mit allem gebotenen Respekt”

  1. derwahrebaresiam 5. April 2011 um 07:22 1

    wenn es um respekt geht, sollte man neben bergomi 2 namen nicht vergessen !

    paolo maldini und der einzigartige
    franco baresi :-)

  2. Thimo Fritzleram 5. April 2011 um 22:43 2

    Kneif mich mal bitte jemand

  3. Marcel04am 5. April 2011 um 22:57 3

    @Thimo: Untersteh dich! Ist gerade zu schön!
    Ich will die DVD von dem Spiel haben! :-) Das ist soooo Irre!

  4. StanLibudaam 5. April 2011 um 23:46 4

    Er hätte früher aufhören sollen.
    Mit 37 muß man kein Fußball mehr spielen.

    Zanetti wird ein Schalkesyndrom bekommen bzw.
    hat ihn bestimmt jetzt.. oder nach den nächsten 90 Min.

    In diesem Sinne
    Glückauf

  5. leonam 5. April 2011 um 23:55 5

    unglaublich

  6. Frank aus Rheinhessenam 6. April 2011 um 08:43 6

    @derwahrebaresi
    Die Maldini und Baresi waren beim AC, Respekt aber auch
    vor den beiden. Na klar.

  7. derwahrebaresiam 6. April 2011 um 13:55 7

    @frank: das ist mir bekannt

    (die antwort bezog sich auf:)
    verkörpert wie außer Guiseppe Bergomi kein weiterer Spieler, hat er sich den Respekt (aller Fans in Italien erarbeitet)

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