Nicht geglänzt, aber auch nicht blamiert

13. Mrz. 2013 | 10 Kommentare

Champions-League

Ach, wie ärgerlich! Schalke verliert mit 2:3 gegen Galatasaray und scheidet im Achtelfinale der Champions-League aus. Eine Niederlage die vermeidbar war, die unglücklich zustande kam und bei der letztlich der eine Fehler zu viel das Spiel entschied. Man kann darüber streiten, ob der Fehler das 1:1 durch Hamit Altintop war, als sich die Schalker Hintermannschaft auf die Strafraumgrenze festtackerte und den Schützen zum Distanzschuss einlud. Oder ob es doch Neustädters schlampiger Querpass war, der in Kombination mit den in dieser Szene tolpatschig agierenden Höwedes und Hildebrand das 1:2 ermöglichte. Aber passiert ist passiert. Ohne einen dieser beiden Treffer wären Schalkes Chancen auf das Weiterkommen real geblieben. So aber sahen die Fans nur eine engagierte Aufholjagd, die lediglich mit einem Tor belohnt wurde. Das 2:3 in der Nachspielzeit? Geschenkt! Bis in die letzten Sekunden des Spiels hinein hatte Schalke es in der Hand.

Schalke brauchte lange um in die Partie zu kommen. In den ersten Minuten agierte allein der Gast. Wie ein Geschenk des Himmels stellte sich nach 17 Minuten und einem Eckball die Führung durch Neustädter ein und sorgte für ein trügerisches Gefühl der Sicherheit. Gerade als man glaubte das Team sei bereit, die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen, gelang Galatasaray der Doppel- und Nackenschlag.

Doch dann kam Schalke schwungvoll aus der Kabine zurück und schnürte den Gast in dessen Strafraum ein. Aber trotz drückender Überlegenheit wollte einfach nichts mehr gelingen. Die Flanken über die Außen flogen harmlos in den Strafraum, Distanzschüsse segelten meterweit am Kasten vorbei und wenn dann doch einmal etwas auf das Istanbuler Tor kam, fischte Muslera auch die Unhaltbaren sicher. Dennoch steckte die Mannschaft nicht auf und erzwang nach einer guten Stunde den 2:2-Ausgleich durch Bastos.


Warum es danach nicht so weiterging? Ich weiß es nicht! Ein Grund war wohl das Zeitspiel der Türken, das schlagartig mit dem 1:2 einsetzte und auf das sich der schwedische Schiedsrichter viel zu lange einließ. Ein anderer Grund – und ich weiß, dass es unpopulär ist, so etwas zu schreiben – war einfach auch Pech. Als dann Eboué nach knapp 75 Minuten den Ball im Strafraum mit der Hand spielte, der fällige Elfmeterpfiff jedoch ausblieb, konnte man ahnen, dass das glückliche Ende ausblieben wird. Viel gespielt wurde danach ohnehin nicht mehr. Verletzungspause reihte sich an Verletzungspause, jede Auswechslung wurde zu einem Drei-Minuten-Event und ehe man sich versah, war die Spielzeit abgelaufen. Die allerletzte Hoffnung auf eine angemessene Nachspielzeit zerstörte Bulut mit dem 2:3 gegen weit aufgerückte Schalker.

Schalke hat sich bemüht. Die Mannschaft hat nicht geglänzt, aber sie hat sich auch nicht blamiert. Galatasaray zieht glücklich in die nächste Runde ein. Das ist aus Schalker Sicht sehr schade. Aber es ist kein Beinbruch und kein Grund, alles und jeden nun direkt wieder in Frage zu stellen.

Mehr zum Spiel schreibt der „kicker“.

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10 Kommentare zu “Nicht geglänzt, aber auch nicht blamiert”

  1. eakus1904am 13. März 2013 um 09:30 1

    Kann ich so unterschreiben. Blamabel ist etwas anderes, aber nicht die Leistung von gestern.

    Das Zeitspiel will ich nicht unnötig dramatisieren, wäre umgekehrt nicht anders bzw. es kann sich niemand davon freisprechen.

    Nein, viel schlimmer fand ich die offene Unfairness von Galatasaray, die sich in vielen Situationen wiederspiegelte. Schalke schiesst aufgrund einer Verletzung den Ball ins Aus, bekommt ihn aber nicht wieder. Vor dem 1:1 kommt es zu einem (fragwürdigen) Schiedsrichterball, der zum sofortigen Weiterspielen in unserer Hälfte genutzt wird,anstatt-wie eigentlich üblich- neu aufzubauen! Der Hinweis von Farfan,dass es den Ball in die Hälfte von Galatasaray schiessen wird,wurde dabei gekonnt ignoriert. Daraus resultiert dann im Endeffekt der Freistoß, der zum 1:1 führt. Unfassbar! (Allerdings muss man auch zugeben, dass wir ganz schön gepennt haben bei der Ausführung).

    Der Gipfel der Unverschämtheit war jedoch die Aktion von Drogba. Uchida schiesst aufgrund einer Verletzung den Ball nach draussen. Der Einwurf kommt zu Drogba und der überlegt-man konnte es definitiv sehen- den Ball ins leere Tor zu schießen,anstatt zum weit aufgerückten Hildebrand zurück. Er hat es nicht getan,gut. Aber alleine der Gedanke!

  2. [...] Torsten Wieland von einer indiskutablen Leistung spricht, versucht der Schalkefan auch das Positive zu sehen und sieht immerhin keine Blamage. Blogundweiss sieht in Roman [...]

  3. RWDJojoam 13. März 2013 um 12:28 3

    @eakus
    Sehe die Szene, die zum Freistoß und dann zum 1:1 führt auch so wie du.

    Den “Gipfel der Unverschämtheit” habe ich aber so nicht gesehen. Drogba und Galatasaray spielten in der Szene auf Zeit. Ein Tor zu schießen war, auch in Gedanken, niemals das Ziel von Drogba. Es war so, dass Hildebrand halbrechts im Feld stand, da er (zu Recht) erwartete, dass Galatasaray den Einwurf direkt zu ihm wirft. Stattdessen wird Drogba angespielt, der dann in aller Seelenruhe gestikuliert, dass er den Ball zentral vor Tor passen wird und dann wartet, dass Hildebrand in Position läuft. Ganz klares und irgendwie auch unfaires Zeitspiel. Nicht mehr und nicht weniger!

    Die Szene, in der du meinst, dass Schalke den Ball wiederbekommen sollte, Gala aber weiterspielte, war glaub ich in der ersten Halbzeit noch vorm 1:1. Diese Szene hat Schalke bzw. Uchida zu verantworten, da er nicht mitbekommt, dass er den Ball ins Aus spielen soll. Stattdessen spielt er den Ball (im Übrigen sehr schlecht) die Linie lang. Erst nach dem Pass hört Schalke auf zu spielen und Gala lässt den Ball ins Aus gehen. Ich denke, dass Gala hier nichts falsch gemacht hat, da Schalke den Ball nicht klar ins Aus spielt. Das war so ne 50:50-Situation, die Gala dann für sich nutzte, da Schalke zu dämlich war!

  4. Uweam 13. März 2013 um 13:54 4

    >Oder ob es doch Neustädters schlampiger Querpass war, der in Kombination mit den in dieser Szene tolpatschig agierenden Höwedes und Hildebrand das 1:2 ermöglichte. <

    Ich habe beim Ballverlust einen glücklichen Pressschlag gesehen, der genau in den Lauf von Burak kam. Höwedes hatte da keine echte Chance an den Ball zu kommen, hätte ihn foulen müssen und wäre mir Rot vom Platz gegangen.

    Hildebrand kommt genau dann raus, als er erkennen kann, dass Höwedes nicht mehr eingreifen kann. Der Ball über ihn passte dann genau…. Auch hier weniger Fehler als Pech!

    Sonst passt die Analyse schon.

    Gruß

    uwe

  5. toms3nam 13. März 2013 um 14:40 5

    @Uwe
    Der Pressball kam erst zur Stande, weil Roman es nicht schaffte unbedrängt den völlig frei stehenden Höger anzupassen, stattdessen den Ball genau zwischen Marco und den Gegner spielte.
    Alles was danach kam war mMn eher max. unglücklich gelaufen.

  6. eakus1904am 13. März 2013 um 16:08 6

    RWDJojoam 13. März 2013 um 12:28

    Den “Gipfel der Unverschämtheit” habe ich aber so nicht gesehen. Drogba und Galatasaray spielten in der Szene auf Zeit. Ein Tor zu schießen war, auch in Gedanken, niemals das Ziel von Drogba. Es war so, dass Hildebrand halbrechts im Feld stand, da er (zu Recht) erwartete, dass Galatasaray den Einwurf direkt zu ihm wirft. Stattdessen wird Drogba angespielt, der dann in aller Seelenruhe gestikuliert, dass er den Ball zentral vor Tor passen wird und dann wartet, dass Hildebrand in Position läuft. Ganz klares und irgendwie auch unfaires Zeitspiel. Nicht mehr und nicht weniger!

    Die Geste von Drogba habe ich gar nicht mitbekommen, für mich sah es so aus, als würde er nur das Tor fixieren. Insofern kannst du natürlich recht haben, dass es “nur” Zeitspiel war und keine geplante Riesensauerei.

  7. OldSchalkeam 13. März 2013 um 17:09 7

    Ist doch eigentlich auch egal wer wann wo auf Zeit spielt oder
    einen Rückpass nicht so schnell ausführt wie erhofft!
    Das war eine riesen Chance ins Viertelfinale zu kommen die leider durch Angsthasenfußball in der ersten Hälfte vergeben wurde.Wo möglich kam der grandiose Derbysieg zum falschen Zeitpunkt,so schön er auch war.Was mich am meisten enttäuscht ist die Tatsache daß man auser den 11 Spielern die auf dem Platz standen keine Alternativen hat zum wechseln.
    Wenn wir hier in der Sommerpause noch etwas nachlegen und es S04 gelingt die CL als Prestige zu sehen und nicht immer nur des Geldes wegen dann bin ich wieder zuversichtlich!
    Auf jeden Fall dürfen 5 Mio für Spieler wie Obasi nicht mehr ausgegeben werde,wenn er auch gestern zu spät eingewechselt wurde um etwas zu bewegen.
    Glück auf!

  8. Matthiasam 13. März 2013 um 17:34 8

    Was mich am meisten enttäuscht ist die Tatsache daß man außer den 11 Spielern die auf dem Platz standen keine Alternativen hat zum wechseln.

    Dieses Argument hörte man heute vielerorts. Ich kann es nicht nachvollziehen.

    Beispiel Sturm: Wenn Stümer 1 und 2 ausfallen, dann bleiben eben nur noch Stürmer 3 (Pukki) und 4 (Obasi). So ist das nunmal.

    Beispiel Mittelfeld: Wenn Jones gesperrt ist, dann muss man eben auf den nächstbesten 6er zurückgreifen. In diesem Fall ist es (aktuell) Neustädter. Sollte Schalke jetzt noch einen 6er in der Hinterhand haben? Was macht man dann, wenn Jones wieder spielen darf und Neustädter wieder in voller Form steht? Jones, Neustädter, Höger, Barnetta, Kolasinac und den zugekauften 6er um zwei Positionen rangeln lassen?

    Beispiel Abwehr: Vor fünf Monaten war auf Schalke alles noch so “Oh nein, den Papa darf man sich verkaufen, auch nicht für 20 Millionen, nein, auf keinen Fall, der ist unersetzlich!” Und jetzt fällt der unersetzliche Papadopoulos seit mehreren Monaten schon aus und es wird erwartet, dass er nun doch mal eben so per Handstreich ersetzt werden kann? Das kann doch gar nicht funktionieren! Wäre es so einfach möglich, hätte man ihn auch für 20 Millionen nach Russland verbimmeln können.

    Ich lese derzeit überall, Schalkes Kader sei zu dünn besetzt. Wenn man ehrlich ist, ist Schalkes Kader aktuell nur deshalb zu dünn besetzt, weil eben sämtliche Verletzungen/Sperren eingetreten sind, für die der Kader ursprünglich geplant war. Schalke fährt auf letzter Rille! Und dennoch schafft man es, eine 11 Mann starke wettbewerbsfähige Mannschaft auf den Platz zu stellen, die unglücklich aus der CL ausscheidet. Dass jetzt nicht noch einmal eine komplette Garde gestandener Weltstars hinter der ersten und zweiten Reihe steht ist doch nun wirklich nichts dramatisches sondern völlig normal.

    Wie sieht denn beispielsweise der Dortmunder Sturm aus, wenn Lewandowski und Schieber ausfallen? Oder der Bayern-Sturm, wenn Mandzukic und Gomez verletzt wären? Oder Leverkusen? Haben die überhaupt einen zweiten echten Mittelstürmer außer Kießling?

    Und bitte hört mir mal auf mit dem Obasi-Geheule! Heute tun alle so, als hätten sie schon immer gewusst, dass er eine Wurst ist. Hinterher ist man immer schlauer. In seiner ersten Hoffenheimer Zeit war Obasi ein absolutes Juwel, ein Spieler, der jeder (!) Mannschaft in Europa gut zu Gesicht gestanden hätte. Ja, seine Entwicklung ist danach suboptimal verlaufen und ja, er hat die Erwartungen nicht erfüllt. Aber ihn immer wieder als das Paradebeispiel einer komplett verfehlten Kaderplanung auf das Schild zu heben ist mittlerweile mehr Selbstzweck zum Jammern denn vernünftige Argumentationsgrundlage.

  9. OldSchalkeam 13. März 2013 um 19:43 9

    Hoffenheim ist ein gutes Beispiel wenn man sehen will wie sich Fussballegionäre verhalten.Als Hoppenheim in der 2.Liga war haben sich Alle angestrengt nur weil sie zu einem anderen Verein wollten.Sie haben Hoppenheim nur als Sprungbrettt benutzt.
    Dort hat man für viel Geld Talente(Rudy,Firmionho) oder gestandene Profis(Wiese,Derdyok) verpflichtet und dazu einen gestandenen Manager(Müller)!Das Ergebnis lässt sich sehen,denn die Tabelle lügt nicht.
    Ich will auf keinen Fall behaupten daß Alles falsch läuft beim S04.
    Es geht auch nicht darumm dass eine Garde Weltstars in der 2.Reihe stehen,es geht darum ,dass die,die in der 2.Reihe stehen zu gebrauchen sind.Und das sehe ich bei Obasi oder Barnetta nicht.
    Kolasinac muss noch lernen,Uchida fehlt die Konstanz,Farfan glänzt nur wenn er “Bock” hat(m.E.viel zu selten),bei Fuchs habe ich die Hoffnung aufgegeben,Neustädter hat auch noch Luft nach oben,Pukki ist kein Stürmer mehr!Das hat nichts mit Geheule zu tun,hier sehe ich Handlungsbedarf.
    Was ich noch wissen möchte?Wer soll stürmer Nr.2sein?Marica?Das kann nicht dein Ernst sein.
    Wann ist Jones eigentlich mal nicht gesperrt?
    Wäre es mit Raffael gestern besser gelaufen wenn er nicht gesperrt gewesen wäre?
    Hat Affelay überhaupt Bock auf Schalke?Halt,er ist ja leider verletzt.
    Für mich sind das einfach zu viele Faktoren bei denen man hinterher schlauer ist!
    Auf jeden Fall danke ich Dir für deine Berichte,grosse Klasse!Ich werde sie auch in Zukunft lesen obwohl ich nicht immer die Königsblaue Brille auf habe.Du übrigens auch nicht(immer)!
    Glück Auf!

  10. Crsísam 15. März 2013 um 19:32 10

    Ich frag mich bei Obasi nur folgendes. Erst kauft man ihn für teures Geld und er spielt kaum. Dann wird gesagt er leidet schon länger an einer Verletzung und war deshalb nicht bei 100%. Jetzt steht er so lange im Kader und hat sich anscheinend nicht ansatzweise als Alternative angeboten. Weder bei Stevens noch bei Keller.
    + Wieso wurde die Verletzung eig. nicht beim Gesundheitscheck vor der Verpflichtung erkannt? Oder sind Muskelverletzungen da nicht so das Thema?

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